23.09.2010
Zukunftsfonds würdigt beispielhafte Zusammenarbeit
(DTPA/MTL) SCHÖNSEE: Die in diesem Jahr dritte Verwaltungsrat-Sitzung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds fand nahe der Grenze im bayerischen Schönsee statt. "Mit großer Freude haben wir die Einladung hier ins Centrum Bavaria Bohemia angenommen, das unter der Leitung des ehemaligen Bürgermeisters von Schönsee und dem diesjährigen Träger der Auszeichnung des Außenministers der Tschechischen Republik "Gratias Agit", Herrn Hans Eibauer, tatsächlich zu einem Zentrum bayerisch-tschechischer Annäherung geworden ist", erklärt Albrecht Schläger, Vorsitzender des Verwaltungsrates, die Wahl des Veranstaltungsortes.
Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds beschäftigte sich mit weiteren Beispielen erfolgreicher bayerisch-tschechischer Zusammenarbeit und entschied unter anderem über die Förderung von 22 tschechischen Gymnasiasten bei ihrem Gastschuljahr in Bayern. Finanziell unterstützt wird außerdem die Deutsch-Tschechische Fußballschule in Rehau, die jungen Sportlern neben dem Kennenlernen des Alltags im Nachbarland auch Sprachkurse und eine Teilnahme am Schulunterricht bietet. Ein weiterer Initiator im Bereich des deutsch-tschechischen Jugendaustauschs ist ebenso die Jugendbildungsstätte in Waldmünchen, die im kommenden Jahr mit Hilfe des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds 15 gemeinsame Seminare für Schüler beider Länder durchführen wird.
"Priorität für den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds bleibt neben dem Schul- und Jugendaustausch weiterhin die Zusammenarbeit im Bereich der Kultur, und auch hier haben Bayern und Tschechen nichts nachzuholen", sagt der Geschäftsführer des Zukunftsfonds Dr. Tomáš Jelínek. Einen Förderzuschuss erhalten daher zum Beispiel die gemeinsamen Weihnachtskonzerte der Prager Künstlergruppe Art-n und des Peterhausener Kammerorchesters sowie das Ensemble Phoenix München, welches sich unter Mitwirkung tschechischer Gäste dem Brünner Publikum vorstellen wird.  Mit der Unterstützung des Zukunftsfonds entsteht darüber hinaus ein Dokumentarfilm unter Regie von Zdeněk Flídr über die Schicksale der jüdischen Bevölkerung im Böhmer- und Bayerischen Wald. "Einen bedeutenden Beitrag zur bayerisch-tschechischen Zusammenarbeit leisten natürlich auch die Sudetendeutschen aller Generationen, die aktiv am Dialog beteiligt sind. Das gemeinsame Bestreben um die Renovierung von Kulturdenkmälern in ehemals von Deutschen bewohnten Orten gehört zweifellos zu den wichtigsten Aktivitäten, die die Annäherung und das Verständnis zwischen den heutigen und ehemaligen Bewohnern des tschechischen Grenzgebiets fördern. Zur Unterstützung dieser Vorhaben, über die im Dezember entschieden wird, stellt der Zukunftsfonds in diesem Jahr 300.000 Euro bereit", führt Jelínek an.
Insgesamt bewilligte der Verwaltungsrat des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds heute die Förderung von 93 partnerschaftlichen Projekten auf dem Gebiet der Tschechischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland mit einer Gesamtsumme in Höhe von fast 350.000 Euro.
Eine Übersicht der bewilligten Projekte wird unter http://www.zukunftsfonds.cz abrufbar sein.
Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds wurde im Jahr 1997 auf Grundlage der Deutsch-Tschechischen Erklärung als Stiftungsfonds in Prag gegründet. Auftrag des Zukunftsfonds ist es, auf vielfältige Weise die Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen zu fördern, die Zahl der beidseitigen Begegnungen zu erhöhen und die Formen der Zusammenarbeit durch die Unterstützung von gemeinsamen Projekten zu erweitern. Stiftungsschwerpunkte sind die Bereiche Jugend- und Schulaustausch, Kultur, Publikationen, Renovierung von Baudenkmälern, Dialogforen und Fachveranstaltungen, fondseigene Stipendien, Partnerschaften von Gemeinden und Vereinen sowie Soziales und Minderheiten.

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