30.10.2001
IWF kritisiert Haushaltsdefizit
(DTPA/AKr) PRAG: Nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird das Wachstum der tschechischen Wirtschaft im nächsten Jahr bei 3,5 Prozent liegen. Im Juni hatte der IWF noch mit 3,9 Prozent gerechnet. Die Verlangsamung der Weltwirtschaft treffe auch die Tschechische Republik, sagte am Dienstag Masahiko Takeda, der Chef der Prager IWF-Vertretung. In diesem Jahr rechnet der Währungsfonds mit einer Zunahme der Inlandsproduktion um 3,3 Prozent.
Der IWF kritisierte gleichzeitig die Regierung für das hohe Defizit und mahnte eine strengere Haushaltspolitik an. Nach einer Schätzung des Finanzministeriums wird das Defizit in diesem Jahr bei 167,2 Milliarden Kronen liegen. Das sind 7,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im nächsten Jahr wird es sogar auf ein Rekordhoch von 9,5 Prozent steigen. Das Konvergenzkriterium für die Einführung des Euro lässt lediglich 3 Prozent zu.
Der Devisenmarkt in Tschechien reagiert laut IWF übertrieben auf den Zufluss ausländischen Kapitals. Privatisierungserlöse wandern derzeit nach Tschechien. Dadurch werde die Krone übermässig gestärkt, so der IWF. In der vergangenen Woche war die tschechische Krone auf den bisher höchsten Stand geklettert. Ein Euro kostete 33,19 Kronen.

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