02.09.2000
Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds
(DTPA) PRAG/BERLIN: Ehemalige NS-Zwangsarbeiter haben einen Anspruch auf Entschädigung. Das entsprechende Gesetz sieht die Antragsbearbeitung und Auszahlung der Leistungen durch Partnerorganisationen vor. Antragsteller in der Tschechischen Republik können sich an den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds wenden.
Was ist der Deutsch-Tschechische Zukunftsfond?
Die Errichtung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds wurde in einem Notenwechsel zwischen der deutschen und der tschechischen Regierung am 29. Dezember 1997 vereinbart. Grundlage ist die "Deutsch-Tschechische Erklärung über die gegenseitigen Beziehungen und deren künftige Entwicklung" vom 21. Januar 1997.
Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds dient gemäß Ziffer VII der Gemeinsamen Erklärung der Finanzierung von Projekten gemeinsamen Interesses. Ein überwiegender Teil der Mittel wird in Projekte fließen, die den Opfern nationalsozialistischer Gewalt zugute kommen sollen. Darüber hinaus werden Maßnahmen unter anderem in den Bereichen der Jugendbegegnung, der Altenfürsorge, der Minderheitenförderung, der Pflege von Baudenkmälern und Grabstätten, gemeinsame wissenschaftliche und ökologische Projekte sowie Vorhaben der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit finanziert. Aus den Mitteln des Fonds wird auch das "Deutsch-Tschechische Gesprächsforum" gefördert.
Der achtköpfige, paritätisch besetzte Verwaltungsrat entscheidet über die Vergabe der Projektmittel. Seine Mitglieder werden von den Außenministern beider Länder für eine Amtszeit von zwei Jahren berufen.
Für den Zukunftsfonds stellt die Bundesregierung durch Zahlungen in Jahrestranchen von 1998 bis 2001 insgesamt 140 Millionen DM, die tschechische Regierung ca. 25 Millionen DM zur Verfügung.

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