26.01.2010
Neue Broschüre: "Gelebte Nachbarschaft"
(DTPA/PF) AMBERG: So gut wie alle Mitglieder des Präsidiums der Euregio Egrensis Bayern versammelten sich zur ersten diesjährigen Sitzung in der aufstrebenden Hochschule für angewandte Wissenschaften Weiden-Amberg, die sich im 15. Jahr ihres Bestehens mit über 2.500 Studierenden als Nachwuchspool der regionalen Wirtschaft fest etabliert hat. Im Mittelpunkt der sichtlich erfreuten Versammlung stand eine druckfrische Broschüre. Sie trägt den für sich selbst sprechenden Titel "Gelebte Nachbarschaft" und stellt auf 110 reich bebilderten Seiten erstmals die erstaunlich vielen bayerisch-tschechischen Kommunalpartnerschaften in der Euregio Egrensis. Fazit: Die grenzüberschreitende Euroregion lebt und baut nachhaltig am gemeinsamen europäischen Haus - auch dann wenn sich in der hohen Politik zwischen Prag und Berlin momentan nur wenig bewegt.
Die Präsidentin der bayerischen Euregio Egrensis, Dr. Birgit Seelbinder, berichtet, dass sich die fundierte Bestandsaufnahme der vielfältigen kommunalen Kooperationen förmlich aufgedrängt habe. Denn das Interesse an der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit wäre in den vorausgehenden drei Jahren deutlich gewachsen. Vorher hätten sich solche Partnerschaften eher schleppend entwickelt.
Die im März 2009 an die städtischen und gemeindlichen Mitglieder der bayerischen Euregio Egrensis versandten Erhebungsbögen zeigten dann schnell, dass deutsche und tschechische Partner auf unterschiedlichste Weise zusammenarbeiteten. Neben 24 Städtepartnerschaften mit Partnerschaftsvertrag wie die zwischen Schwandorf und Sokolov/Falkenau oder Schönsee und Poběšovice/Ronsperg finden sich zum einen viele freundschaftliche Kooperationen zwischen Kommunen beiderseits der Grenze und andererseits - vor dem Hintergrund gemeinsamer Interessen und neu entstehender Mikroregionen - kommunale Allianzen wie die Vereinigung der Städte mit hussitischer Geschichte.
Seelbinder betont die Vitalität dieser Annäherung. Aus lockeren Freundschaften hätten sich schon manchmal echte Partnerschaften entwickelt. Außerdem pflegten vor allem die große Städte neben der eigentlichen Partnerschaft oft auch noch andere Kooperationen, allen voran die Stadt Cheb, die sich gleichzeitig mit Hof, Marktredwitz, Waldsassen und Nagel verbündet habe. Wer weiterkommen will, müsse alle Chancen nutzen.
Besonders stolz ist Seelbinder aber darauf, dass die Euregio Egrensis als Institution - sprich: die Geschäftsstelle in Marktredwitz - auf diesem Feld der erste Ansprechpartner ist. Sie vermittelt und begleitet ebenso Partnerschaften wie andere Zusammenschlüsse von Amberg bis Hof und von Bayreuth bis Karlovy Vary/Karlsbad. Sie übernimmt damit wie von selbst eine Aufgabe, die nicht zu den Pflichtaufgaben der Kommunen zählt und für die auch der Freistaat nicht zuständig ist. Ein entscheidender Vorteil ist für den Geschäftsführer der Euregio Egrensis, Harald Ehm, dass wir die Städte und Gemeinden, die sich von uns beraten lassen, kennen und "kurze Wege" anbieten können.
Eine besondere Rolle, erklärt Seelbinder, spiele dabei der von der Euregio Egrensis verwaltete Kleinprojektefonds. Aus diesem europäischen Fördertopf lassen sich deutsch-tschechische Initiativen bis zu siebzig Prozent des Gesamtetats mitfinanzieren.
So viele Kooperationen in der konsequent zweisprachig verfassten, attraktiven Broschüre "Gelebte Nachbarschaft" auch benannt sind, es sind jedoch nicht alle. Der Grund ist nach Seelbinder einfach der, dass nur die kommunalen Mitglieder der bayerischen Euregio Egrensis, die das Projekt finanzierte, berücksichtigt wurden. Mit Blick auf die Förder- und Informationsmöglichkeiten durch die Euregio Egrensis und einem Mitgliedsbeitrag von gerade einmal acht Cent pro Einwohner rät Seelbinder freundlich, der Euregio Egrensis beizutreten. Unterdessen gilt für sie der Satz: "Die Arbeit an einer lebendigen Nachbarschaft geht weiter."
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