31.08.2000
Internationale Konferenz über Strahlenbelastung
(DTPA) SALZGITTER: Die Bevölkerung ist nicht nur vor technischen Strahlenquellen, sondern auch vor Strahlenbelastungen aus natürlichen Quellen zu schützen. Dieser Gedanke setzt sich in der Fachwelt immer mehr durch. Auch die 5. Internationale Konferenz über hohe natürliche Strahlung und Radongebiete: Strahlendosis und gesundheitliche Effekte wird sich vom 4. bis 7. September 2000 in München mit diesem Thema auseinandersetzen.
Die Konferenz wird gemeinsam vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und dem Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GSF) in Neuherberg bei München veranstaltet. Zu dieser Konferenz haben bereits 285 Wissenschaftler aus insgesamt 47 Ländern ihre Teilnahme zugesagt.
Ziel der Konferenz ist eine Bestandsaufnahme der Strahlenbelastung für Mensch und Umwelt durch natürliche Strahlenquellen. Technische Maßnahmen können eine Erhöhung der natürlichen Strahlung zur Folge haben. Dies wiederum kann die Gesundheit verschiedener betroffener Personengruppen beeinträchtigen.
Zu den natürlichen Strahlenquellen zählen unter anderem die kosmische Strahlung sowie das radioaktive Edelgas Radon. So erhöht sich die natürliche Strahlenbelastung beispielsweise für das fliegende Personal im Luftverkehr oder für Flugkuriere: Vermehrte Flüge bedingen eine höhere Exposition durch kosmische Strahlung. Ein anderes Beispiel ist der Anstieg der Radonkonzentration bei Unter-Tage-Arbeiten im Bergbau. Durch den Einsatz neuer Abdichtungen zur Energieeinsparung in Gebäuden kann sich der Luftaustausch verringern; auch dieser Umstand kann höhere Radonkonzentrationen in geschlossenen Räumen bewirken.
Bisher galten Strahlenschutzregelungen nur für Strahlenexpositionen, denen der Mensch durch künstliche technische Strahlenquellen ausgesetzt war - so in der Energiegewinnung, der Medizin oder der Forschung. Die neuen europäischen Strahlenschutz-Grundnormen berücksichtigen erstmals auch erhöhte natürliche Strahlenbelastungen für bestimmte Personengruppen. Noch in diesem Jahr soll die EU-Grundnorm in einer Novelle zur Strahlenschutzverordnung für Deutschland umgesetzt werden.

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