25.12.2009
Naturschutz und Tourismus auf dem Erzgebirgskamm
(DTPA/MT) ANNABERG-BUCHHOLZ/CARLSFELD: Im Kammgebiet des Westerzgebirges in einer Höhenlage von 900-970 m ü. NN liegt auf dem Gebiet der Stadt Eibenstock im Ortsteil Carlsfeld im Erzgebirgskreis sowie auf dem Gebiet der Gemeinde Morgenröthe-Rautenkranz im Vogtlandkreis das Naturschutzgebiet (NSG) "Großer Kranichsee" (Bild). Das NSG befindet sich an der Grenze zur Tschechischen Republik und gehört mit 611 ha zu den größten Hochmooren im Erzgebirge.
Aufgrund der besonderen naturräumlichen Ausstattung und der überregionalen Bedeutung gehört es zu den wertvollsten Naturschutzgebieten in Sachsen und wurde deshalb im Rahmen der Einrichtung des europäischen Schutzgebietssystems "Natura 2000" als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) "Erzgebirgskamm am Großen Kranichsee" und als europäisches Vogelschutzgebiet (SPA) "Westerzgebirge" an die Europäische Union gemeldet.
Das NSG "Großer Kranichsee" ist ein wichtiger Lebensraum für eine Vielzahl von geschützten und im Bestand gefährdeten Pflanzen- und Tierarten wie Hochmoor-Mosaikjungfer und Rauschbeere. Neben seiner naturschutzfachlichen Bedeutung kommt dem Hochmoorgebiet um den Großen Kranichsee auch eine hohe Bedeutung für den Hochwasserschutz und als Trinkwassereinzugsgebiet für die Talsperre Carlsfeld zu.
Bei der Bevölkerung ist das Waldgebiet um den Großen Kranichsee als Wander- und Skigebiet beliebt. Die Kammloipe, welche als besonders schneesicher gilt, ist jährlich Ausflugsziel für tausende Urlauber und Tagestouristen.
Der Verlauf der Kammloipe sowie der Zubringerloipen wurde in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit den Anliegerkommunen, den Betreibern sowie den Naturschutz- und Forstbehörden so optimiert, dass die Loipenführung neben den Anforderungen des Skisports auch den Belangen des Naturschutzes und der Forstwirtschaft gerecht wird. Vor Beginn der Loipensaison wurde deshalb die Beschilderung des NSG dem entsprechend ergänzt.
Die untere Naturschutzbehörde möchte in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass Besucher dieses überregional bedeutsamen NSG die entsprechende Beschilderung beachten, um damit zum Erhalt der wertvollen Lebensräume im Kammgebiet des Westerzgebirges beizutragen.
"Durch den Beitritt der Tschechischen Republik zum Geltungsbereich des Schengener Abkommens besteht die Möglichkeit, die Staatsgrenze auch außerhalb von Grenzübergangsstellen zu überqueren. Nach Inkrafttreten dieser Regelung ist auch im Bereich des NSG "Großer Kranichsee" ein verstärkter Grenzübertritt zu verzeichnen." so der Abteilungsleiter Umwelt, ländliche Entwicklung und Forst des Landratsamtes Erzgebirgskreis, Udo Kolbe.
"Als untere Naturschutzbehörde möchten wir deshalb darauf hinweisen, dass im NSG "Großer Kranichsee" die Bestimmungen nach europäischem und sächsischem Naturschutzrecht zu berücksichtigen sind. Das bedeutet, dass die Staatsgrenze hier nicht überall, sondern nur auf den Wegen überquert werden darf." (Bildquelle: Landratsamt Erzgebirgskreis)
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