24.12.2009
Ausbau der Partnerschaft Bayerns mit Tschechien
(DTPA/MT) WAIDHAUS: Bayerns Europaministerin Müller hat beim Festakt zum 20. Jahrestag der Öffnung der bayerisch-böhmischen Grenze in Waidhaus den weiteren Ausbau der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Bayern und der tschechischen Republik angekündigt.
Müller: "In den letzten 20 Jahren haben sich die bayerisch-tschechischen Beziehungen hervorragend entwickelt. Von dem intensiven Austausch und der engen Zusammenarbeit profitieren beide Länder und insbesondere die Menschen in den Grenzregionen. Wir werden daher die wirtschaftliche, kulturelle und regionale Verflechtung weiter ausbauen. Damit schaffen wir ganz konkreten Mehrwert für unsere beiden Länder. Unsere gemeinsame Zukunft in Europa wird von Freundschaft und Kooperation geprägt sein."
Nach den Worten der Europaministerin ist das bayerisch-tschechische Miteinander heute in einem Umfang selbstverständlich, der noch vor einigen Jahren undenkbar war: "Allein aus der Oberpfalz sind heute schon mehr als 800 Unternehmen in Tschechien aktiv. Mit einem Handelsvolumen von 13,1 Milliarden Euro ist Tschechien Bayerns größter Handelspartner unter den neuen EU-Staaten. Seit zwei Jahren verbindet uns zudem der Schengenraum ohne Grenzkontrollen, und das bei gleichbleibend hohem Sicherheitsniveau. Die zahlreichen regionalen und kommunale Kooperationen, der reiche Kulturaustausch und die vielen Begegnungen gerade von jungen Menschen sind aus dem Alltag in Ostbayern nicht mehr wegzudenken", so Europaministerin Müller.
Als ermutigend wertete die Europaministerin, dass die immer engeren Beziehungen auch die Bereitschaft wachsen lassen, sich der gemeinsamen Geschichte ohne Vorurteile zu stellen. Müller: "Zur Freundschaft gehört auch Wahrhaftigkeit. Ich freue mich sehr, dass in Tschechien eine zunehmend differenzierte Debatte über die Geschichte der heimatvertriebenen Sudetendeutschen in Gang kommt. Die bayerische Staatsregierung wird weiter den Dialog suchen".
Mit dem heutigen Doppelfestakt im böhmischen Nove Domky/Neuhäusl und dem bayerischen Waidhaus erinnern der Landkreis Neustadt an der Waldnaab, die Regionalkooperation Oberpfalz/Niederbayern/Region Pilsen sowie die Region Pilsen an die Öffnung der bayerisch-tschechischen Grenze vor 20 Jahren. Am 23. Dezember 1989 hatten der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher und sein tschechoslowakischer Amtskollege Jiri Dienstbier in Nove Domky symbolisch den Stacheldrahtzaun durchschnitten, der Bayern und Böhmen über 40 Jahre lang abgeriegelt hatte. Der 23. Dezember 1989 ist damit einer der wichtigsten Meilensteine in den deutsch-tschechischen Beziehungen.

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