17.10.2001
Engagement für deutsche Minderheit angemahnt
(DTPA/AKr) BERLIN: Der vertriebenenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hartmut Koschyk, hat von der Bundesregierung ein stärkeres Engagement für die deutsche Minderheit in Tschechien gefordert. Berlin lege eine falsche Zurückhaltung an den Tag, kritisierte Koschyk am Montag. Deutschland solle eine Petition der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien unterstützen, in der eine Entschädigung für Zwangsarbeit und beschlagnahmtes Eigentum nach 1945 gefordert wird.
Die Landesversammlung hatte dem Petitionsausschuss des tschechischen Abgeordnetenhauses am 22. August einen Antrag
zugeleitet, in dem gefordert wird, die vom seinerzeitigen tschechoslowakischen Staatspräsidenten Edward Benesch erlassenen Dekrete von 1945 für die tschechischen Bürger deutscher Nationalität für ungültig zu erklären und eine Entschädigung zu gewähren. Für die Bundesregierung handelt es sich bei der Eingabe der deutschen Minderheit in der Tschechischen Republik um eine "innere Angelegenheit" zwischen der deutschen Minderheit und dem tschechischen Staat. Ludger Volmer, Staatsminister im Auswärtigen Amt, erklärte, die Bundesregierung sehe keine Veranlassung, in das Petitionsverfahren einzugreifen.

Copyright © 2001 by KabelJournal GmbH Beierfeld. Alle Rechte vorbehalten.
Eine Haftung für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden!