16.10.2001
6,7 Millionen anonyme Konten
(DTPA/AKr) PRAG: 6,7 Millionen anonyme Sparkonten führt die tschechische Sparkasse Ceska Sporitelna (CS). Ermittler vermuteten, die Sparbücher dienten arabischen Terroristen und russischen Vereinigungen zur Geldwäsche, berichtet das Düsseldorfer "Handelsblatt". Firmen handelten sogar die Sparbücher.
Die CS bietet seit Anfang des Jahres keine anonymen Sparkonten mehr an, da sie nicht mit den Kriterien der EU
übereinstimmten, sagte CS-Pressesprecherin Klara Gajduskova dem "Handelsblatt". Die Zahl dieser Konten nehme ab. Vor sechs Jahren seien es noch 9,5 Millionen gewesen. Ihren Kunden offeriere die Sparkasse den Umtausch in Namenskonten an.
Die Sparkasse hatte Konten allein mit einem Passwort eingerichtet. Sie sind unbegrenzt gültig. Das Kreditinstitut vermerkte nicht die Identität des Kontoinhabers. Die CS sei davon ausgegangen, es handle sich "zumeist um Rentner, die für ihre Enkel gespart haben", sagte Pressesprecherin Gajduskova. Dass mit den Konten ein Handel betrieben werde, sei ihr bisher nicht bewusst gewesen.
Die Ceska Sporitelna erklärte, alle Gesetzesinitiativen zu unterstützen, die den Kontenhandel beenden. Bisher fehlt dafür die Grundlage. Im vergangenen Jahr war eine Handelsgesetznovelle im Parlament gescheitert.

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