01.10.2001
Mehr Geld für Auslandswerbung gefordert
(DTPA/AKr) ERLBACH: Der tschechische Europapolitiker Jaroslav Lobkovicz hat auf einer Tagung der Jungen Union im vogtländischen Erlbach eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit seines Landes im Brüssel und Straßburg angemahnt. "Wir müssen den Lobbyismus in Straßburg und Brüssel fördern", sagte der Christdemokrat am Samstag. Seine Land gebe lediglich 8 Millionen Kronen (470.000 Mark) für die Information im Ausland aus - Polen und Ungarn aber zehn Mal so viel. Auch in Tschechien müsse mehr für den Beitritt zur Europäischen Union (EU) geworben werden, so Lobkovicz. Er gehört dem Ausschuss für europäische Integration des tschechischen Parlamentes an.
Lobkovicz rechnet nicht damit, dass nach der EU-Osterweiterung viele Tschechen ihr Land in Richtung Westen verlassen. Seine Landsleute wanderten nicht gern aus: "Jeder hat sein Wochenendhäuschen", sagte der Pilsener Abgeordnete. Selbst im eigenen Lande gingen die Arbeitslosen nicht dorthin, wo Arbeit ist. Hinzu käme das Problem, eine andere Sprache zu erlernen. Außerdem könnten die Tschechen bereits heute gemäß dem Assoziierungsabkommen im Ausland arbeiten, wenn sie es wollten. Für die Tschechen sei es wichtig, dass sie sich frei in Europa bewegen könnten. Ein Kompromiss sei möglich, allerdings nicht um jeden Preis. "Wir wollen uns nicht zu billig verkaufen", meinte Lobkovicz.
Auf der Tagung referierte auch der deutsche Europapolitiker Arnold Vaatz (CDU).
Die Teilnehmer von Junger Union einerseits und den tschechischen Verbänden der Jungen Konservativen und des Juniorklubs der Christdemokraten vereinbarten eine engere Zusammenarbeit.

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