19.06.2009
Zusammenarbeit nicht nur auf dem Papier
(DTPA/PF) HOF: Im März 2009 brachte die Euregio Egrensis erstmals als gemeinsame grenzüberschreitende Interessenvertretung eine Resolution zur europäischen Förderpolitik auf den Weg Richtung Europa. Die Resonanz war, wie der Gesamtpräsident der Euregio, Simon Wittman, auf der diesjährigen Sitzung des Gesamtpräsidiums im Hofer Automobiltechnikum berichtete, enorm. Die bayerische Staatsregierung, die Bundesregierung in Person des Wirtschaftsministers zu Guttenberg und einige Europaabgeordneten unterstützten das Anliegen, die Interreg-Programme zur Förderung von People-to-People-Projekten über die jetzige Förderperiode, die 2013 endet, hinaus fortzusetzen. Aus der Generaldirektion in Brüssel sei sogar zu hören gewesen, dass die Mittel eventuell sogar aufgestockt werden könnten.
Mit um so mehr Schwung bereitete das Präsidium den anstehenden Besuch bei der europäischen Generaldirektion Regionalpolitik im Oktober vor. Er soll dazu beitragen, in der zuständigen Direktion bürokratische Hemmnisse bei der Abwicklung von Projekten abzubauen. Wichtig ist für Wittmann, dass die drei Arbeitsgemeinschaften – die tschechische, die bayerische und die sächsisch/thüringische – gemeinsam nach Brüssel fahren. "Wir wollen deutlich machen, dass bei uns die Zusammenarbeit nicht nur auf dem Papier steht, sondern dass wir auch gegenüber Europa gemeinsam auftreten."
Doch auch mit Blick auf die Regionen selbst standen spannende Themen auf der Tagesordnung. Beschlossen wurde die Erweiterung des Euregio-Radweges in Sachsen. Er soll mit einer Gabelung Schleiz und die Bergbaugebiete für Radfahrer erschließen. Gestalt nimmt die Tourismusbroschüre über Superlative aus den drei Euregios an. Wittmann zu Folge wurden weit über hundert Vorschläge eingereicht, weit mehr, als man jemals erwartet hätte. Darunter sind zum Beispiel das tiefste Bohrloch der Welt in Windischeschenbach, die größte und wärmste Quelle in Karlovy Vary und der einzige Tobasfelsen in Schneckenstein. Mit der Broschüre solle ein weiteres touristisches Bindeglied zwischen den einzelnen Regionen geschaffen werden. Das viel versprechende Finale in diesem Breich wird ein zweitägiges Tourismusseminar unter tschechischer Federführung im Herbst sein.
Zur Sprache kam im Präsidium darüber hinaus ein sensibles Thema. Die Polizei führte auf der deutschen Seite Kontrollen im Rahmen der Schleierfahndung, wie beklagt wurde, hin und wieder sehr ruppig durch. Nach Meinung aller Mitglieder des Präsidiums sind diese Polizeikontrollen an der Grenze wichtig und notwendig, sollten aber doch mit der notwendigen Freundlichkeit gegenüber den Bürgern durchgeführt werden, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit nicht zu belasten. Wittmann übernahm den Auftrag, sich in dieser Sache mit den bayerischen und sächsischen Innenministern in Verbindung zu setzen.

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