27.05.2009
15 sächsisch-tschechische Projekte bestätigt
(DTPA/MT) DRESDEN: Nachbarn in Sachsen und Böhmen bringen gemeinsam ihre Region voran. Der binationale Begleitausschuss hat am 26. und 27. Mai weitere 15 grenzübergreifende Vorhaben bestätigt. Mit knapp 23,5 Millionen Euro EU-Mitteln kann damit im Rahmen des Ziel 3/Cíl 3-Programms ein Gesamtvolumen von rund 28 Millionen Euro umgesetzt werden. Seit Programmstart im August 2008 konnten sich nunmehr 49 Projekte qualifizieren.
Zum Beispiel bestätigte der Begleitausschuss den Ausbau der Straßenverbindung von Adorf nach Aš, der vom Straßenbauamt Plauen in Zusammenarbeit mit dem Straßenbauamt Karlsbad realisiert wird. Der Ausbau von knapp sieben Kilometern der grenzüberschreitenden Straßenverbindung trägt zur Verbesserung der Infrastruktur im Grenzgebiet bei und wird dafür mit ca. 13,9 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt.
Die Technische Universität Chemnitz kann gemeinsam mit den tschechischen Partnern, der Jan Evangelista Purkyně-Universität in Ústí nad Labem und der Westböhmischen Universität in Pilsen, die Umsetzung der Sächsisch-Tschechischen Hochschulinitiative (STHI) starten. Hauptinhalt der STHI ist die Erweiterung und Weiterqualifizierung besonders relevanter Bildungsaktivitäten zu Gunsten von Wissenschaftlern, Studierenden und Praktikern aus Unternehmen und Fachverbänden über die sächsischtschechische Grenze hinweg. Vorrangig geht es um eine erhebliche Verbesserung der sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen zwischen den Nachbarn. Den Projektpartnern wurden für dieses Vorhaben mehr als 1,5 Millionen Euro EFRE-Mittel zugesagt.
Das Schloss Weesenstein unterstützt gemeinsam mit seinen tschechischen Partnern, der Initiative für das Děčíner Schloss sowie dem Schloss Děčín, kulturelle und touristische Aktivitäten in der Region. Mit dem Projekt "550 Jahre Vertrag von Eger" soll das Verständnis für die gemeinsamen kulturellen Wurzeln und das Jahrhunderte lange friedliche Zusammenleben an einer der ältesten und stabilsten Grenzen Europas vermittelt werden.
Die Ausstellungen und Publikationen im Rahmen dieses Projektes werden mit EU-Mitteln in Höhe von 684.160,42 Euro bezuschusst.
Des Weiteren wurden dem Museum der Westlausitz in Kamenz und dem Heimatmuseum in Česká Lípa Fördermittel der EU in Höhe von 515.065,20 Euro für ihr gemeinsames Projekt "Die Lebenswelt vor 1800 Jahren – Archäologie und Ökologie im Dialog der Generationen" zugesagt. Ziel des grenzüberschreitenden Vorhabens ist es, das Leben von germanischen Stämmen in der Oberlausitz und in Nordböhmen mit Hilfe von archäologischen Untersuchungen und dem Studium der ökologischen Spur kennenzulernen. Dabei soll herausgefunden werden, wie und ob die Belastung des Menschen auf das ökologische System in damaliger und heutiger Zeit zu vergleichen ist. Die deutschen und tschechischen Projektteilnehmer lernen so die ökologische Problematik der Gegenwart zu verstehen.
Im Programmschwerpunkt Entwicklung der Wirtschaft und des Tourismus stimmte der Begleitausschuss der Förderung eines Projektes zu. "Lerne deinen Nachbarn kennen" ist ein Projekt unter Federführung der Stadt Aš mit dem Ziel, die touristische Infrastruktur über die Grenze hinweg stärker zu verknüpfen. Gemeinsam mit dem Projektpartner Stadt Bad Elster werden mittels der Errichtung von Erholungszonen sowie eines grenzüberschreitenden Lehrpfades die Sehenswürdigkeiten den Besuchern der Grenzregion nähergebracht. Die Wegstrecke wird die Städte Bad Elster und Aš, zudem die Gemeinden Podhradí und Hranice verbinden.
Weiterhin bewilligte der Begleitausschuss ein Projekt im Programmschwerpunkt Verbesserung der Situation von Natur und Umwelt. Dem Landratsamt Görlitz wurden für das Projekt "Öffentlichkeitsarbeit im Naturschutz in der Euroregion Neiße" EU-Fördergelder in Höhe von 390.650,65 Euro zugesagt.

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