27.03.2009
Zukunftsfonds fördert Toleranz unter Jugendlichen
(DTPA/MTL) BERLIN: "Im Kampf gegen Ausländerfeindlichkeit gehört eine professionell durchgeführte internationale Jugendbegegnung nach wie vor zu den wichtigsten Eckpfeilern", so der Verwaltungsratsvorsitzende Prof. Otto Pick anlässlich der Verwaltungsratssitzung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds im Deutschen Bundestag am 25. und 26. März in Berlin. Begegnungen zwischen deutschen und tschechischen Jugendlichen machen über ein Drittel der vom Zukunftsfonds unterstützten gemeinnützigen Vorhaben aus.
In Gesprächen mit der Bundestagsvizepräsidentin Dr. Susanne Kastner, dem außenpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagfraktion und dem Ko-Vorsitzenden des Deutsch-Tschechischen Gesprächsforums Gert Weisskirchen und mit Mitgliedern der Deutsch-Tschechischen Parlamentariergruppe unterstrichen die Vertreter des Zukunftsfonds die Bedeutung der frühen Auslandserfahrung von Jugendlichen. Daher wird auf die Förderung der Schulpartnerschaften, beruflichen Praktika, sportlichen und kulturellen Freizeitaktivitäten oder Gastschuljahraufenthalte in der Arbeit des Zukunftsfonds besonderer Wert gelegt.
Neben Schul- und Jugendprojekten reicht das Förderprogramm des Zukunftsfonds vom Austausch im Bereich Kultur über Publikationen, Dialogforen und Minderheiten sowie Partnerschaften von Gemeinden und Vereinen bis hin zur Restaurierung gemeinsamen Kulturerbes. Diese Bandbreite von Aktivitäten spiegelte sich auch in den 201 Projekten wieder, für die der vierteljährlich tagende Verwaltungsrat insgesamt eine Summe von über 921.000 Euro bewilligte.
So kommen Mitte April 100 junge Leute bei Prag zum Deutsch-tschechischen Jugendtreffen des Koordinierungszentrums Tandem zusammen, um mit EU-Parlamentariern aktuelle europäische Themen zu diskutieren. Den Schritt vom Lernenden zum Lehrenden machen Auszubildende aus Olomouc und Hamburg gemeinsam, indem sie ein elektrotechnisches Fachwörterbuch entwickeln. Über 170 Auszubildende unterstützt der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds darüber hinaus bei beruflichen Praktika im jeweiligen Nachbarland.
Desweiteren legt der Zukunftsfond besonderen Wert darauf, auch in Zeiten der Wirtschaftsrezession ein verlässlicher Partner im deutsch-tschechischen Kulturaustausch zu bleiben. So wird z. B. der gerade anlaufende Monat der Tschechischen Architektur in Berlin gefördert. Mit Ausstellungen und Begleitveranstaltungen im Deutschen Architektur Zentrum, dem Tschechischen Zentrum Berlin und der Botschaft der Tschechischen Republik werden bis zum 7. Mai sowohl Gebäude, Persönlichkeiten als auch umweltfreundliche Baukonzepte vorgestellt. Für die Verbundenheit deutscher und tschechischer Kulturschaffender kann außerdem der bereits 18. Jahrgang des Festivals Mitte Europa einstehen. Das Festival-Programm bietet an ca. 65 Veranstaltungsorten in Sachsen, Bayern, Nord- und Westböhmen sowohl Musik, bildende Kunst, Literatur als auch Theateraufführungen. Zu einem besonderen Anlass wird auch eine besondere Kunstvorstellung entstehen: Die Tanzkompanie Mastra Dance aus Bonn wird mit dem Brünner Kammerensemble Virtuosi Brunensis die Oper von Leoš Janáček "Jenufa" als Tanz-Suite im Rahmen der aktuellen Ausstellung "Tschechische Fotografie" in der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn durchführen.
Erinnerungen an die jüngste Geschichte und die Erfahrungen von Deutschen und Tschechen im Isergebirge wird in Zukunft ein Dokumentarfilm der Regisseurin Lenka Šikulová wach halten. Sie wird Gespräche mit dem Mitbegründer der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien sowie mit einem tschechischen Autoren einer Publikation über die lokale Landschaft und Geschichte führen.
Ein Verzeichnis der geförderten Projekte wird auf den Webseiten des Zukunftsfonds einsehbar sein: http://www.zukunftsfonds.cz.

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