13.03.2009
Politische Euregio-Resolution
(DTPA/PF) CHEB: Die Euregio Egrensis hat ein neues Ziel. Das soeben in Cheb versammelte Gesamtpräsidium schreibt zum ersten Mal ausdrücklich die politische Interessenvertretung auf die Fahnen der grenzüberschreitenden Euregio. Die bayerischen, sächsisch/thüringischen und tschechischen Partner fordern die nationalen und europäischen Politiker in einer Resolution selbstbewusst auf, die Förderprogramme für grenzüberschreitende Kooperationen auszuweiten und die Aufgaben der Euregio in den Entscheidungsgremien zu stärken - besonders für die Zukunft ab 2014). Die regionale Ebene, wird in dem Dokument angemerkt, sei die beste, um grenzübergreifende Projekte im Sinne der Europäischen Union umzusetzen.
Für den Gesamtpräsidenten der Euregio, Simon Wittmann, ist dieser Schritt unbedingt notwendig. Denn auf der politischen Landkarte Europas würden heute als Regionen längst die Euregios und nicht mehr die Landkreise identifiziert. Es gilt nach Wittmann deshalb, regionale Interessen grenzüberschreitend zu bündeln und die Euregio politisch gegenüber der Europäischen Union zu positionieren. Eine Absage erteilt Wittmann in diesem Zusammenhang Überlegungen, parallel zur Euregio Egrensis neue Zusammenschlüsse auf den Weg zu bringen. Die Euregio könnte mit ihrem Know how die gewünschten Aufgaben in dem einen oder anderen Punkt mit übernehmen und den Landkreisen, deren Mittel und Zeitbudget ja auch begrenzt seien, zur Seite stehen.
Außerdem sind, wie bei dem Treffen zu hören war, eine Reihe von Projekten in Arbeit, die die gemeinsame Präsentation der Euregio mit ihren rund zwei Millionen Einwohnern verbessern wird, allen voran eine Broschüre über die Superlative der Euregio. Wittmann betont, dass es dabei um wirkliche Superlative wie das Weltkulturerbe oder das tiefste Loch Europas gehe, und nicht darum, dass jeder wieder sein schönstes Schloss in der Publikation unterbringe. Ein weiteres, ehrgeiziges Projekt zur Profilierung ist eine dreisprachige Internetplattform zum Tourismusangebot in der gesamten Euregio.
Wie offen die Zusammenarbeit in der Euregio inzwischen ist, zeigt, dass im Präsidium auch ein heikles Thema wie einige nicht unbedingt glücklich verlaufende Kontrollen bei der Drogenfahndung zur Sprache kommen. "Wir sind", erklärt Wittmann, "natürlich nicht gegen diese Kontrollen. Aber die Leute können auf beiden Seiten auch ein bisschen freundlicher behandelt werden." Gesamtpräsident Wittmann wird die Anregung weitergeben.

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