25.02.2009
Gemeinsam für eine sichere Grenzregion
(DTPA/MT) DRESDEN: 17 bilaterale Projekte zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit mit Gesamtkosten in Höhe von 12 Mio. Euro werden mit knapp 10,5 Millionen Euro EU-Mittel im Rahmen des Ziel 3/Cíl 3-Programms gefördert. Das haben die Mitglieder des Begleitausschusses Ziel 3/Cíl 3 Freistaat Sachsen – Tschechische Republik gestern in Dresden bestätigt.
12 Projekte davon stehen unter sächsischer und fünf Projekte unter tschechischer Federführung. Dabei sind die Anforderungen an die Qualität der Zusammenarbeit im Vergleich zum Vorgängerprogramm Interreg III A deutlich gestiegen: Mindestens zwei der vier Kriterien "gemeinsame Planung", "gemeinsame Durchführung", "gemeinsame Finanzierung" und "gemeinsames Personal" müssen erfüllt sein, um eine Förderung aus dem Ziel 3/Cíl 3-Programm zu erhalten.
"Jedes einzelne dieser 17 Projekte bringt Menschen zusammen, schafft grenzübergreifende Kooperationsstrukturen und stärkt auf die eine oder andere Weise das Zusammenwachsen von Land und Leuten", so Wirtschafts- und Arbeitsminister Thomas Jurk (SPD). "Darum ist die Förderung der Projekte im Rahmen des Ziel 3-Programms so wichtig. Ich freue mich über die Ideen und das Interesse."
Bewilligte Projekte:
Förderbereich Entwicklung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Fördergebiet: Deutlicher Schwerpunkt ist die Verbesserung der grenzübergreifenden Sicherheit im Fördergebiet. So konzentrieren sich die Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge in Chemnitz und das Krajské ředitelství policie Severočeského kraje in Ústí n.L. in drei Vorhaben gemeinsam auf die "Verbesserung der Sicherheit im sächsischtschechischen Grenzgebiet". Die Vorhaben beinhalten die Zusammenarbeit im Bereich Diensthunde, die Sicherheit im Straßenverkehr und die Extremismusbekämpfung. Die Projekte werden mit jeweils rund 500.000,00 EUR EU-Mitteln gefördert. Sie werden vom 01.04.2009 bis zum 30.06.2011 umgesetzt und sehen Aktivitäten wie gemeinsame Aus- und Weiterbildung (z.B. Sprachkurse), Hospitationen und die gemeinsame Dienstausübung sächsischer und tschechischer Polizisten wie etwa Verkehrskontrollen, gemeinsame Hundestreifen, Einsätze und Übungen vor. Weitere wichtige Projektbestandteile sind investive Maßnahmen, der grenzübergreifende Informationsaustausch sowie Öffentlichkeitsarbeit.
Förderbereich Entwicklung der Wirtschaft und des Tourismus: České Švýcarsko o.p.s. aus Krásná Lípa und der Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V. in Pirna können gemeinsam ihr Vorhaben "Sächsisch-Böhmische Schweiz – eine exzellente grenzüberschreitende touristische Destination", sanfter Tourismus im Nationalpark, mit Unterstützung von EU-Fördermitteln umsetzen. Die beiden Organisationen planen für den Zeitraum vom 01.03.2009 bis zum 28.02.2012 den Aufbau einer gemeinsamen grenzübergreifenden Managementstruktur, die die Sächsisch-Böhmische Schweiz verstärkt grenzübergreifend profilieren soll. Ergänzend dazu wird die gemeinsame touristische Infrastruktur ausgebaut sowie ein grenzübergreifendes Marketingkonzept in Verbindung mit einem Leitbild erarbeitet. Zahlreiche weitere Aktivitäten wie Workshops, Studienreisen und Weiterbildungen für Touristiker, Kulturveranstaltungen für Gäste, Pressereisen sowie die Schaffung gemeinsamer Produkte runden das Projekt ab. Für die Entwicklung des grenzübergreifenden Nationalparks zur exzellenten touristischen Destination erhalten die Projektträger eine Förderung von knapp 1,2 Mio. EUR EU-Mitteln.
Förderbereich Verbesserung der Situation von Natur und Umwelt: Die Technische Universität Dresden und der Botanický ústav AV ČR in Průhonice werden den Natur- und Umweltschutz im Fördergebiet durch das Vorhaben "Raumbezogene historische Informationen als Grundlage für die Pflege- und Entwicklungsplanung naturnaher Wälder in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz" unterstützen. Im Rahmen des Projekts wird vom 01.04.2009 bis zum 31.03.2012 ein Fachinformationssystem zur historischen Waldentwicklung für die Schutzgebietsverwaltungen erstellt. Das neue System wird Sach- und Geometriedaten enthalten, die nach Ende des Projektes in bestehende Waldinformationssysteme (WIS) und Forst-Geographische Systeme (FGIS) eingebunden werden. Damit können die Verwaltungen bei der Erfüllung regionaler und transnationaler Zielvereinbarungen im Bereich des ökologischen, naturnahen Waldumbaus zukünftig auch auf historische Daten ab dem frühen 19. Jahrhundert zurückgreifen. Die EU unterstützt dieses Vorhaben mit rund 430.000,00 EUR.
Sachsen und Tschechien stehen bis Ende 2013 für ihren gemeinsamen Grenzraum EU-Mittel in Höhe von insgesamt 207 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE) zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zur Verfügung. Antrags- und Bewilligungsstelle ist die Sächsische Aufbaubank -Förderbank- (SAB).

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