11.09.2001
Premiere "Das schlaue Füchslein" von Leos Janacek
(DTPA/CV) CHEMNITZ: Am 22. September um 19.30 Uhr feiert die Neuinszenierung von Leoš Janáèeks Oper „Das schlaue Füchslein“ am Opernhaus in Chemnitz Premiere. Das Werk ist in der Regie von Sabine Sterken und der Ausstattung von Prof. Martin Rupprecht (Berlin) zu sehen. Die musikalische Leitung hat der 1. Kapellmeister der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz, Fabrice Bollon.
Die Wälder seiner mährischen Heimat geben den Rahmen ab für Leoš Janáèeks Oper „Das schlaue Füchslein“. Hier erleben Menschen und Tiere den Kreislauf des Jahres, gestalten ihre Beziehungen miteinander und untereinander.
Der Versuch des Försters, einen jungen Fuchs zu domestizieren, mißlingt, weil sich der Drang nach freier Entfaltung beim wilden Tier, im Gegensatz zum Haustier, auf Dauer nicht eindämmen läßt. Natur ist eben stärker als die Bemühung des Menschen, sie aufzuhalten oder umzukehren, und so blicken denn Pfarrer, Schulmeister und Förster nicht ohne eine Beimischung von Wehmut auf unerfüllte Hoffnungen ihrer Jugendzeit zurück. Regisseurin Sabine Sterken sieht in ihnen Menschen auf der Jagd nach Traumbildern, die sie hindern, das ihnen vor Augen liegende Maß an Glückserfüllung zu erkennen und anzunehmen. Doch anhand des unablässigen Werdens und Vergehens in der Natur, wofür der Lebenslauf des Füchsleins Schlaukopf steht, söhnt sich zumindest einer von ihnen- der Förster- mit seinem Dasein aus.
Die Musik von Leoš Janáèek ist stark durch die französischen Impressionisten, insbesondere durch Claude Debussy, aber auch durch den Expressionismus geprägt. Die fast spätromantischen Passagen, in denen man Mahler und Hugo Wolf zu vernehmen glaubt, stehen dagegen für die Aussöhnung des Menschen mit der Natur.
Die Inszenierung der Regisseurin Sabine Sterken greift auf eine neuere Übersetzung des tschechischen Textes durch Hans Harleb zu, die auf die Eigenwilligkeiten der Fassung Max Brods verzichtet und dem eigentlichen Willen des Komponisten und seinem weisen Humor Rechnung trägt.

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