20.08.2000
Deutsche Sprachinsel in Tschechien mit Verein
(DTPA) IGLAU (JIHLAVA): Tschechische Staatsbürger der deutschen Nationalität nehmen sich seit 1992 im Iglauer Regionalkulturverband (IRKV) der Erhaltung des deutschen Kulturerbes der ehemaligen Iglauer Sprachinsel an.
Voraussetzung für die Vereinsgründung war die samtene Revolution in Tschechien. Jetzt hat der Verein 110 Mitglieder. Den Schwerpunkt der Vereinsarbeit sieht der IRKV in der "brückenbauende Aufgabe im Sinne der Völkerverständigung zwischen den Deutschen und Tschechen, im Schüleraustausch und kulturellen Tätigkeiten". Seinen Sitz hat der IRKV in Iglau (Jihlava). Die Stadt liegt inmitten der böhmisch-mährischen Höhe auf halbem Wege zwischen Prag und Brünn. Bis 1945 bildete die Stadt den Mittelpunkt einer rund 75 Dörfer umfassenden altbairischen Insel im tschechischen Sprachgebiet, die vor allem im 12. und 13. Jahrhundert von Zuwanderern aus der Oberpfalz unter fränkischen und erzgebirgischen Einflüssen besiedelt wurde. Silberfunde begründeten den raschen Aufstieg des Iglauer Bürgertums und brachten das Iglauer Berggericht zu Ansehen. Nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges war es die Tuchmacherei, die eine neue Blütezeit brachte. In der Insellage konnten sich Eigenart, Tracht, Brauchtum, Lied und Tanz besonders ursprünglich erhalten. Eine Besonderheit ist die traditionelle Bauernmusik auf den handgeschnitzten Iglauer Bauernfiedeln.
Unter http://www.iglau.de sind weitere Informationen über den Verein abrufbar.

Copyright © 2000 by KabelJournal GmbH Beierfeld. Alle Rechte vorbehalten.
Eine Haftung für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden!