13.11.2008
DTIHK präsentiert Ergebnisse einer Bildungsumfrage
(DTPA/MTL) PRAG: Das Bildungssystem der Tschechischen Republik bereitet die Schüler nicht ausreichend auf die Praxis vor und es fehlt vor allem an praktischen Kenntnissen. Das ist das zentrale Ergebnis einer Bildungsumfrage, die die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer (DTIHK) unter ihren Mitgliedern und beruflichen Mittelschulen in der Tschechischen Republik durchgeführt hat. An der Umfrage beteiligten sich insgesamt 207 Unternehmen und Schulen. Mehr als zwei Drittel (68%) der teilnehmenden Unternehmen stellten dabei einen Mangel an qualifizierten Fachkräften fest. Insbesondere fehlen diese in Berufsgruppen wie Metallbearbeitern, Schlossern und Mechatronikern; Fachkräfte, die insbesondere im Automotivesektor und dem Maschinenbau dringend benötigt werden.
Der Fachkräftemangel bremst die weitere Entwicklung des Standortes Tschechien derzeit aus. "Um den Fachkräftebedarf der Unternehmen in den kommenden Jahren decken zu können, muss die Regierung klare Regelungen zur Kooperation von Bildung und Wirtschaft festlegen. Nur so kann Tschechien zum angestrebten Technologie-Standort werden", ist sich Bernard Bauer, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der DTIHK, sicher.
Für die Zukunft wünschen sich die Unternehmen ein größeres Interesse der Berufsschüler an den technischen Fachrichtungen (95%) und eine Verbesserung der praktischen Fähigkeiten (89%). Darüber hinaus werden als fehlende Qualifikationen Fremdsprachenkenntnisse und eigenverantwortliches Verhalten der Berufsanfänger genannt.
Die Schulen schätzen die Situation ähnlich ein wie die Unternehmen und wünschen sich eine intensivere Zusammenarbeit; mehr als zwei Drittel der Schulen (68%) sind derzeit auf der Suche nach einem Kooperationspartner. Kooperationsansätze sehen fast alle Schulen in der praktischen Ausbildung der Schüler (90%), Exkursionen und Informationsveranstaltungen. Derzeit mangelt es in den Schulen an der Qualifikation der Lehrkräfte sowie den Mitteln für moderne Unterrichtsmaterialien.
Die Meinungen der Schulen und der Unternehmen decken sich in vielen Punkten und die Probleme sind erkannt. Die Akteure streben eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung der Weiterbildung für gewerblich-technische Bereiche an (Unternehmen 78%, Schulen 100%). Um dieses Ziel zu erreichen, fordern sowohl die Unternehmen als auch die Schulen eine neue gesetzliche Regelung, die das Zusammenspiel von Schulen, Unternehmen und Schülern regelt.

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