21.10.2008
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort
(DTPA/AB) DRESDEN: Das Präsidium des Interregionalen Gewerkschaftsrates Elbe-Neiße fordert die Europäische Kommission und die Abgeordneten des Europäischen Parlaments dazu auf, für ein soziales Europa in die Offensive zu gehen.
"Dafür ist es höchste Zeit. In der morgigen Sitzung muss das Europäische Parlament ein klares Zeichen für Arbeitnehmerrechte in der Europäischen Union setzen indem es den Bericht über die ’Herausforderungen für Tarifverträge in Europa" ohne Änderungen annimmt’, so der sächsische DGB-Vorsitzende Hanjo Lucassen.
Die Entwicklungen der letzten Monate haben gezeigt, dass die Europäische Union zunehmend als Bedrohung der bestehenden sozialen Standards und nicht als treibende Kraft für den sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt wahrgenommen wird. Das hat zu einem Vertrauensverlust der EU geführt.
Die Gewerkschaften aus Deutschland, Tschechien und Polen im Interregionalen Gewerkschaftsrat Elbe-Neiße sind sich darin einig, dass die Entwicklung des Binnenmarktes nicht über Tarifautonomie und Streikrecht sowie geltende Arbeits- und Sozialstandards gestellt werden darf.
"Es kann nicht sein, dass die Europäische Kommission auf der einen Seite faire Mobilität propagiert, auf der anderen Seite aber wesentliche Schutzfunktionen für entsandte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch den Europäischen Gerichtshof außer Kraft gesetzt werden. Die sozialen Grundrechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern dürfen nicht dem unbegrenzten Binnenmarkt geopfert werden.
Die Gewerkschaften im Dreiländereck Sachsen-Tschechien-Polen fordern ’Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort’", so Hanjo Lucassen weiter.

Copyright © 2008 by KabelJournal GmbH Beierfeld. Alle Rechte vorbehalten.
Eine Haftung für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden!