04.09.2008
Buch "Helden der Hoffnung..."
(DTPA/IsM) BERLIN: Deutsche Hitlergegner stellen Alena Wagnerová und ihre Mitautoren im Buch "Helden der Hoffnung - die anderen Deutschen aus den Sudeten 1935 – 1989" (ISBN 978-3-351-02657-8) vor. Diese kämpfen seit 1935 Seite an Seite mit den Tschechen für den Erhalt des letzten demokratischen Staates in Mitteleuropa. Diskriminierung durch fanatische Volksgenossen, Emigration, Haftstrafen und Konzentrationslager, diese Männer und Frauen mussten einen hohen Preis für ihre Zivilcourage zahlen. Nach dem Krieg konnten aber auch sie nicht in der Heimat bleiben und mussten als Deutsche das Land mehr oder weniger freiwillig verlassen. Bewusst entschieden sie sich, wie viele andere auch, in die sowjetische Besatzungszone zu gehen, um dort ein neues sozialistisches Deutschland aufzubauen. Das Ende der DDR bedeutete für sie nicht nur die dritte historische Niederlage, sondern auch der Verlust der neu gewonnen Heimat.
Die Regierung der Tschechischen Republik hat im Jahr 2005 ihre Verdienste anerkannt und sich bei ihnen für die lange Missachtung entschuldigt.
Wagnerová führte, unterstützt von professionellen Journalisten, etwa zwanzig Interviews nach der Methode der "oral history" mit Sudetendeutschen durch. All ihre Gesprächspartner waren zwischen 1918 und 1928 geboren. Mit der Intension, diese Schicksale authentisch übermitteln zu können und nicht auf Erzählungen aus zweiter Hand zurückgreifen zu müssen, führte sie ihre Interviews .
Das Vorwort des Buches "Helden der Hoffnung - die anderen Deutschen aus den Sudeten 1935 – 1989", stammt von der kürzlich verstorbenen Lenka Reinerová: "Wagnerová hat nach einem der angreifbarsten, aber auch verdienstvollsten Themen gegriffen".
Es wurde im Rahmen des Programms "Grenzgänger" von der Robert Bosch Stiftung gefördert und ist nun im Aufbau-Verlag erschienen. Die Herausgeberin und Autorin Alena Wagnerová wurde in Brünn geboren und verbrachte auch dort ihre Kindheit. Sie studierte Biologie, Pädagogik und Theaterwissenschaft und lebt und arbeitet seit 1969 in der Bundesrepublik Deutschland. Als Publizistin und Schriftstellerin wirkt sie in Saarbrücken und Prag. Seit 60er Jahren veröffentlichte sie zahlreiche literarische und publizistische Arbeiten, darunter: Die Doppelkapelle (1981), 1945 waren sie Kinder. Flucht und Vertreibung im Leben einer Generation (1990), Milena Jesenská (1994), Die Familie Kafka aus Prag (1997), Prager Frauen. Neun Lebensbilder (2002), Das Leben Sidonie Nádherný (2003), Neodsunuté vzpomínky. (Erinnerungen tschechischer Zeitzeugen aus den Grenzregionen (2000). Alena Wagnerová war auch Redakteurin des Bandes "Smetana, Dvořák, Janáček" der Edition "Tschechische Bibliothek", die ebenfalls von der Robert Bosch Stiftung gefördert wurde.

Weitere Informationen:
http://www.bosch-stiftung.de/grenzgaenger
http://www.aufbau-verlagsgruppe.de

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