26.08.2008
Polizei aus Sachsen zum Einsatz in Cheb
(DTPA/MT) CHEB/EGER: Atemberaubende Flugmanöver, Kampfszenen mit Flugzeugen unterschiedlicher Baureihen, vom Doppeldecker bis zum modernen Kampfjet, Fallschirmsprünge, Einsatz von Feuerlöschflugzeugen, Retten und Abseilen vom Hubschrauber - das waren die Höhepunkte am 23. und 24. August für die mehr als 20.000 Besucher auf dem Flugplatzgelände in Cheb. Sechs Polizeibeamte der Polizeidirektion Südwestsachsen waren im Rahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Sächsischen und Tschechischen Polizei in den Polizeieinsatz der Kreisdirektion Cheb integriert.
Im Zusammenwirken mit dem Veranstalter galt es insbesondere die An- und Abreise der Besucherströme zu organisieren und die Sicherheit der Besucher auf dem Festgelände zu gewährleisten.
Die Sächsischen Beamten unterschieden sich dabei mit ihren grünen Uniformen recht deutlich von ihren tschechischen Kollegen in blau. Viele Gäste staunten über die sächsische Polizeipräsenz. Insbesondere zahlreiche deutsche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich zu Sicherheitsfragen und zur Verkehrssituation am Veranstaltungsort zu informieren.
Diesen historischen Augenblick des ersten gemeinsamen Polizeieinsatzes von Polizisten der Kreisdirektion Cheb und der Polizeidirektion Südwestsachsen nahmen die Leiter der beiden Polizeidienststellen, Herr Oberst Dr. Jaroslav Kerbic und Herr Polizeipräsident Dieter Kroll zum Anlass, sich vor Ort persönlich ein Bild von der gelebten Zusammenarbeit zu machen.
Die Polizeichefs nutzten dieses Treffen außerdem zum Informationsaustausch und sprachen sich angesichts der positiven Erfahrungen einvernehmlich für weitere gemeinsame Polizeieinsätze bei ähnlichen Veranstaltungen im grenznahen Raum beziehungsweise im Rahmen der sogenannten "Nacheile" - der grenzüberschreitenden Fahndung nach Tatverdächtigen auf frischer Tat aus.
Doch nicht nur der Polizeieinsatz zur Veranstaltung war Gegenstand der polizeilichen Sicherheitskooperation. So trafen sich an beiden Vormittagen tschechische und sächsische Polizisten zu einer gemeinsamen "Motorbootstreife" auf dem Stausee Jesenice bei Cheb.
Die Talsperre fasst nahezu 53 Millionen m³ Wasser, erstreckt sich über eine Fläche von ca. 760 Hektar und gilt unter deutschen Campern als Geheimtipp.
Bei der Streifenfahrt kam es dann auch zu Kontakten mit deutschen Urlaubern, die bei der Kontrolle der Angelscheine und Ausweisdokumente von den sächsischen Polizisten angesprochen wurden.
Rechtliche Grundlage für das Handeln der Polizei im jeweiligen Nachbarland ist der Polizeivertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik.
Das Zusammenwachsen der europäischen Strukturen vollzieht sich damit nicht nur auf oberen staatlichen oder wirtschaftlichen Ebenen, sondern auch im Rahmen regionaler Zusammenarbeit, die Menschen diesseits und jenseits der Grenze näher zusammenführt und hilft, sprachliche und soziale Barrieren zu überwinden.

Bild: Polizeioberkommissarin Doreen Görler und Polizeiobermeister Tino Espig mit ihren tschechischen Kollegen auf Streife im Besucherbereich des Flugplatzgeländes (Quelle: Polizeidirektion Südwestsachsen)
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