26.08.2008
Krone-Aufwertung trifft deutsche Unternehmen hart
(DTPA/MTL) PRAG: Die Aufwertung der Krone trifft die deutschen Unternehmen in Tschechien hart. Das ist das zentrale Ergebnis einer Online-Umfrage, die die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer (DTIHK) unter ihren Mitgliedern und weiteren deutschen Unternehmen in der Tschechischen Republik durchgeführt hat. Fast zwei Drittel (60%) der 239 Umfrageteilnehmer gaben an, dass ihr Unternehmen durch die Kursentwicklung signifikante Verluste erleidet. "Das Ergebnis bestätigt den Eindruck, den wir in den vergangenen Monaten aus persönlichen Gesprächen mit unseren Mitgliedern gewonnen haben", kommentiert Bernard Bauer, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der DTIHK, die Umfrage. "Besonders betroffen von der Kursentwicklung der Krone, die sich seit Januar 2007 um 15 Prozent verteuert hat, sind produzierende Unternehmen, die ihre Produkte in erster Linie nach Deutschland exportieren", so Bauer weiter. Für 85 Prozent der teilnehmenden Unternehmen aus dem Bereich Produktion hat die Aufwertung der Krone spürbar negative Auswirkungen. Außerdem ist der Mittelstand überdurchschnittlich betroffen: 70 Prozent der teilnehmenden Firmen aus diesem Bereich erfahren negative Auswirkungen.
70 Prozent der Befragten haben sich bei ihren Kalkulationen für das Jahr 2008 zu ihren Ungunsten verschätzt und mit einem besseren Kurs als den tatsächlichen 25,2 CZK je Euro (Durchschnittskurs 1-6´08) gerechnet. Der Höhenflug der Krone wurde in diesem Ausmaß nicht vorhergesehen. Viele Unternehmen ziehen daher Konsequenzen: Die Anpassung ihrer Preise nennen die meisten Teilnehmer (42% der betroffenen Unternehmen) als notwendige Reaktion auf die Kursentwicklung. Auch tschechische Unternehmen sind als Kunden also von der starken Krone negativ betroffen. Ein Teil der betroffenen Unternehmen (20%) plant zudem, als Konsequenz aus dem Höhenflug der Krone die Investitionen in Tschechien zu reduzieren. Zehn Prozent wollen ihre Produktionstätigkeit in Tschechien beenden.
Um die negativen Konsequenzen der starken Krone kurzfristig abzuschwächen, fordert die Mehrheit der befragten Unternehmen kurskorrigierende Maßnahmen durch die Tschechische Nationalbank sowie die Festlegung eines fixen Wechselkurses zum Euro. Die zweite zentrale Forderung ist die Festlegung eines Datums zur Euroeinführung und damit verbunden die baldige Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung. "Die Ergebnisse der Umfrage sind ein deutliches Signal in Richtung der tschechischen Regierung: Damit die Tschechische Republik als Standort für deutsche Unternehmen langfristig attraktiv bleibt, muss der Euro schnellstmöglich eingeführt werden", so Bernard Bauer.

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