21.05.2008
Kooperationslehrer beim Praxistest
(DTPA/MTL) GROSSHENNERSDORF: Seit Januar beteiligen sich Lehrerinnen und Lehrer aus zwölf sächsischen, polnischen und tschechischen Schulen an der Fortbildungsreihe zum Internationalen Kooperationslehrer. Nun werden sie selbst vom 25. bis 31. Mai 2008 die pädagogischen und methodischen Lernansätze, mit denen Lanterna Futuri seit 2004 erfolgreich arbeitet, praktisch anwenden.
Bereits auf einem Treffen im April vermittelten erfahrene Werkstattleiter den Teilnehmenden die pädagogischen sowie methodischen Ansätze trans- und interkultureller Bildungsarbeit. Unter der Regie der Werkstattleiter sollen sie jetzt diese Kenntnisse in Workshops mit ihren Schülerinnen und Schülern anwenden - zu verschiedenen Themen und mit unterschiedlichen Medien.
Im Begegnungszentrum im Dreieck Großhennersdorf finden drei Werkstätten zu Musik und Tanz sowie zu Film und zu Fotografie statt. Film und Fotografie stehen unter dem Motto "Anders sein", ein Thema, dass die deutschen Schülerinnen und Schüler vom Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Löbau bereits im Unterricht bearbeitet haben und dass sie hier – gemeinsam mit polnischen und tschechischen Jugendlichen - vertiefen sollen. Britta Fuchs, Mathematik- und Informatiklehrerin am Löbauer Gymnasium, nimmt seit Januar an der Fortbildung teil und ist von diesem Ansatz des außerschulischen Lernens überzeugt: "Bei diesen Werkstätten müssen die Schüler selbst aktiv werden, das ist wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung, ebenso dieser enge Kontakt mit Jugendlichen anderer Kulturen." Zeitgleich findet im Drei-Kulturen Haus PARADA in Niedamirow (Polen) eine Theaterwerkstatt zum Thema "Zufall" statt und im Forsthaus in Radvanec (Tschechien) beschäftigen sich Schüler wie Lehrer unter dem Motto "Contact" mit Aktionskunst. Im Anschluss an die Modellwerkstätten werden die Lehrerinnen und Lehrer noch einmal im Juni 2008 zu einem gemeinsamen Auswertungstreffen zusammenkommen. Das ist gleichzeitig der Abschluss der vierstufigen Fortbildungsreihe zum Internationalen Kooperationslehrer, die das Ziel verfolgt, Verbindungspersonen an Schulen im Dreiländereck zu etablieren, die engen Kontakt mit den Organisatoren von "Lanterna Futuri" halten und damit schulische und außerschulische interkulturelle Bildungsarbeit miteinander verknüpfen.
Ein positiver Effekt für Lanterna Futuri: Einige der Schulen, an denen sich gerade Lehrerinnen und Lehrer zum Internationalen Kooperationslehrer qualifizieren, haben ihre Kooperationsbereitschaft für die Zukunft zugesagt. Das bedeutet für das trinationale Projekt, das bisher hauptsächlich mit den Gymnasien in Herrnhut, Česká Lípa und Kamienna Góra zusammenarbeitet, dass es seine interkulturellen Werkstattangebote auf zehn weitere Schulen in Sachsen, Polen und Tschechien ausweiten wird.
Das Projekt Lanterna Futuri wurde 2004 vom Begegnungszentrum im Dreieck e. V. Großhennersdorf, dem Dreikulturenhaus Parada Niedamirów und dem Euroregionalen Zentrum Lemberk ins Leben gerufen. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebens- und Lernbereiche in Deutschland, Polen und Tschechien wurden interkulturelle Bildungskonzepte entwickelt, die es Schülern im Dreiländereck kontinuierlich ermöglichen sollen, ihre individuellen Fähigkeiten entsprechend ihren Begabungen zu entwickeln, somit die Qualität schulischer Bildung zu steigern und den Abbau von Benachteiligung und Vorurteilen zu fördern. Eine Publikation zu den bisherigen Erfahrungen und Methoden ist zurzeit in Arbeit und wird voraussichtlich im Sommer 2008 erscheinen.

Copyright © 2008 by KabelJournal GmbH Beierfeld. Alle Rechte vorbehalten.
Eine Haftung für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden!