20.03.2008
Ergebnisse der Konjunkturumfrage 2008
(DTPA/MT) PRAG: "Knapp zwei Drittel aller befragten Unternehmen (60%) bewerten die aktuelle Lage der tschechischen Wirtschaft als gut, die Prognosen für die Entwicklung im nächsten Jahr sind aber weit weniger optimistisch", kommentiert Bernard Bauer, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer (DTIHK), die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage. An der seit 1999 jährlich unter deutschen Investoren in der Tschechischen Republik durchgeführten Umfrage beteiligten sich diesmal 118 Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen.
"Zwar glaubt noch immer knapp ein Viertel (24%) der Unternehmen, dass sich die wirtschaftliche Lage im kommenden Jahr weiter verbessern wird, und über die Hälfte (54%) geht von einer gleichbleibenden Konjunktur aus. Doch über ein Fünftel (22%) der Befragten prognostiziert eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation", so Bauer weiter. Die Ergebnisse zeigten, dass deutsche Investoren mit dem bevorstehenden Ende des wirtschaftlichen Booms in Tschechien rechnen.
Mit ihrer eigenen gegenwärtigen Lage sind die deutschen Unternehmen in Tschechien jedoch durchaus zufrieden: Über die Hälfte der Befragten (57%) bezeichnet ihre aktuelle Geschäftslage als gut, fast ebenso viele (51%) erwarten für 2008 eine Verbesserung ihrer Geschäftslage. Die Investitionsausgaben stagnieren jedoch tendenziell: Nur ein Viertel (26%) erwartet hier eine Steigerung im laufenden Jahr.
Die überwiegende Mehrheit der Befragten (83%) wünscht sich den Euro in Tschechien. Als wahrscheinliches Datum für die Einführung nennen die Befragten größtenteils 2013, einige rechnen jedoch mit der Währungsumstellung nicht vor 2019, was mit der aktuellen Linie der Nationalbank zusammenhängen dürfte. Ungeachtet dessen wird die Euro-Einführung neben Korruptionsbekämpfung und Rentenreform als die aktuelle Hauptaufgabe der tschechischen Regierung angesehen. Die deutschen Unternehmen kritisieren zudem den schwierigen Zugang zu Fördermitteln sowie den gravierenden Fachkräftemangel.
Trotz kritischer Töne führt Tschechien noch immer die Liste möglicher Investitionsziele an und würde vom Gros der Unternehmer (80%) auch heute als Standort gewählt werden. Zu dieser positiven Beurteilung tragen laut den Ergebnissen der Konjunkturumfrage besonders die EU-Mitgliedschaft, die hohe Leistungsbereitschaft und Produktivität der Arbeitnehmer sowie Verfügbarkeit und Qualität der lokalen Zulieferer in der Tschechischen Republik bei.

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