11.03.2008
Mehr Tschechisch an Schulen gefordert
(DTPA/MT) MÜNCHEN: Der Bundesvorstand der Jungen Aktion der Ackermann-Gemeinde fordert den Ausbau des Tschechischunterrichts an bayerischen Schulen. Die bisherigen Erfahrungen, vor allem im Grenzgebiet zu Tschechien, zeigen das steigende Interesse in der bayerischen Bevölkerung an der tschechischen Sprache und Kultur. Dies und die zunehmende bayerisch-böhmische Zusammenarbeit in Wirtschaft und Politik eröffnen neue Möglichkeiten, junge Menschen bereits in der Schulzeit mit dem Nachbarland in Kontakt zu bringen und ihre Neugierde zu wecken. Damit wird die Basis geschaffen für den Aufbau einer zu erneuernden Nachbarschaft und für die Definition gemeinsamer Aufgaben und Ziele im vereinten Europa.
Die beste Voraussetzung hierfür sind auf beiden Seiten möglichst weit verbreitete Sprachkenntnisse. Besonders auf bayerischer Seite besteht hier noch erheblicher Nachholbedarf.
Dank der direkten Nachbarschaft hat gerade Bayern die große Chance, vom dynamischen wirtschaftlichen Aufschwung der mittel- und osteuropäischen Staaten zu profitieren. Hierauf müssen die Bürger ausreichend vorbereitet werden. Studien erwarten, dass in den nächsten Jahren in den Grenzgebieten die Zahl der Arbeitsplätze weiterhin stark zunimmt, die direkt oder indirekt mit der Tschechischen Republik verbunden sind. Dies erfordert aber auch, dass die Ausbildung von jungen Menschen in Bayern den neuen Rahmenbedingungen gerecht wird. Dem Ausbau und der Aufwertung des Tschechischunterrichts als Wahlpflichtfach kommt hier eine zentrale Bedeutung zu. Zahlreiche Studenten unterschiedlichster Fachrichtungen haben diese Chance schon längst erkannt und nutzen das Sprachangebot für Tschechisch an den bayerischen Universitäten, vor allem im Rahmen des Bohemicums in Regensburg.
Die Junge Aktion begrüßt die Äußerungen zur Sprachförderung im Grundlagenpapier der CSU-Landtagsfraktion, das am 15. Januar 2008 einstimmig in Wildbad Kreuth verabschiedet wurde. Dort wird auf die Wiedergeburt des mitteleuropäischen Kulturraumes seit dem Fall des Eisernen Vorhangs hingewiesen. Die Junge Aktion sieht in der Kenntnis der Sprache des Nachbarn nicht nur ein Zeichen der Wertschätzung. Sie ist ein Schlüssel zum gegenseitigen Verständnis. Die Junge Aktion fordert die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung auf, der aktuellen Entwicklung Rechnung zu tragen und den Tschechischunterricht an bayerischen Schulen deutlich durch die Einführung als Wahlpflichtfach zu stärken.
Die Junge Aktion der Ackermann-Gemeinde ist ein katholischer Jugendverband, der 1950 von vertriebenen sudetendeutschen Jugendlichen gegründet wurde und sich seitdem in der deutsch-tschechischen Jugendbildungs- und Partnerschaftsarbeit mit zahlreichen Projekten engagiert. Sie ist Mitglied in der Aktion West-Ost im Bund der deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

Infos: http://www.junge-aktion.de

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