27.02.2008
Projekt Lanterna Futuri
(DTPA/MTL) GROSSHENNERSDORF: Vom 2. bis 8. März 2008 werden deutsche, polnische und tschechische Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse - aus den Gymnasien in Herrnhut (D), Ceska Lipa (CZ) und Kamienna Gora (PL) - in sieben künstlerischen Werkstätten gemeinsam arbeiten. Ob mit Film, Theater, Musik, Fotografie, Design, Aktionskunst oder Journalismus – jeder darf hier seine Talente entfalten und kann seinen Ideen freien Lauf lassen. Im Mittelpunkt steht dieses Mal das Thema "Illusion". Raum für das interkulturelle Bildungsprojekt bieten das Begegnungszentrum im Dreieck Großhennersdorf (D), das Dreikulturenhaus Parada Niedamirów (PL) und der Rodowitz Verein in Radvanec (CZ).
Bei Lanterna Futuri geht es in erster Linie darum, dass die Schülerinnen und Schüler gemeinsam eine Idee entwickeln und sie kreativ umsetzen. Gleichzeitig aber sollen diese grenzüberschreitenden Treffen die Jugendlichen einander näher bringen und Verständigung über die Grenzen hinweg erzeugen. "Da sich die Jugendlichen bei mehreren Werkstätten treffen, entstehen oft echte Freundschaften und es ist erstaunlich, wie sich nach und nach die Barrieren, die durch die verschiedenen Nationalitäten am Anfang noch vorhanden sind, auflösen", so der Grafikdesigner Peter Dörmer aus Zittau, einer der Werkstattleiter bei Lanterna Futuri.
Was in dieser Woche in den einzelnen Werkstätten entsteht, werden die Schülerinnen und Schüler im Sommer auf dem Lanterna-Futuri-Festival präsentieren, das vom 15. bis 22. Juni 2008 durch das Dreiländereck tourt.
Das Projekt Lanterna Futuri wurde 2004 vom Begegnungszentrum im Dreieck e. V. Großhennersdorf, dem Dreikulturenhaus Parada Niedamirów und dem Euroregionalen Zentrum Lemberk ins Leben gerufen. Ziel dieses langfristig angelegten Vorhabens ist es, außerschulische Lernfelder mit schulischen zu verknüpfen und interkulturelle Bildung im Unterricht zu verankern. Daher arbeiten die drei Partnerorganisationen eng mit den Gymnasien in Herrnhut, Ceska Lipa und Kamienna Gora zusammen.
Durch die intensive Zusammenarbeit wurden gemeinsam mit den Lehrerinnen und Lehrern neue interkulturelle Lernformen und Methoden für Schüler entwickelt, die inzwischen fester Bestandteil des Schulalltages in den Partnerschulen sind. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebens- und Lernbereiche in Deutschland, Polen und Tschechien wurde ein Modell erarbeitet, das es Schülern in der Grenzregion kontinuierlich ermöglicht, ihre individuellen Fähigkeiten zu entwickeln und somit die Qualität der schulischen Bildung zu erhöhen sowie den Abbau von Benachteiligung und die bessere Unterstützung von Begabungen der Schüler zu fördern. Gleichzeitig wurde in den Gymnasien in Herrnhut, Ceska Lipa und Kamienna Gora die Funktion des "Internationalen Kooperationslehrers" initiiert. Seine Aufgabe ist es, den Kontakt und den Informationsaustausch mit den Organisatoren von Lanterna Futuri sowie den beteiligten Schulen aufrecht zu erhalten.
Lernen durch Erleben ist in den Bildungsmodulen der methodische Grundsatz und beschreibt eine Form der Umsetzung des Ganztagschulkonzeptes. Lanterna Futuri ist ein Beispiel dafür, wie ein Zusammenwirken außerschulischer und schulischer Akteure im interkulturellen Bereich in der Praxis aussehen kann.
Informationen + Kontakt: http://www.lanternafuturi.net

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