17.07.2001
Aktionsbündnis Künisches Gebirge
(DTPA/FS) CHAM: In einem "grenzüberschreitenden Aktionsbündnis Künisches Gebirge" haben sich die fünf bayerischen Gemeinden Arrach, Eschlkam, Lam, Lohberg und Neukirchen b. Hl. Blut (alle Landkreis Cham) sowie die sechs tschechischen Gemeinden Chudiwa (Chudenin), Deschenitz (Desenice), Hammern (Hamry), Neuern (Nyrsko), Drosau (Strazov) und Neumark (Vseruby) "rund um das Künische Gebirge" (Höhenzug zwischen dem Tal des Weißen Regen auf bayerischer Seite und dem Tal der Angel (Uhlava) auf tschischer Seite mit dem 1293 m hohen Osser als markantem Gipfelpunkt) zusammengeschlossen. Ziel dieser strategischen Allianz ist es, die gemeinsamen Potenziale für eine nachhaltige, grenzüberschreitende Entwicklung zu nutzen bzw. Hemmnisse zu beseitigen und eine von breitem Konsens getragene gemeinsame Zukunftsentwicklung zu initiieren und umzusetzen.
Bei einem "Gipfeltreffen" auf dem Osser am 10. Juli wies der Chamer Landrat Theo Zellner darauf hin, dass den "Makroregionen" Bayern, Böhmen und Österreich mit der Vereinigung Europas, wie er die EU-Osterweiterung nannte, neue Aufgaben zukämen. Diese Aufgaben müssten von "unten" her in "Mikroregionen" angegangen und bewältigt werden. Das Aktionsbündnis Künisches Gebirge sei eine solche "Mikroregion", die für die Bürgerinnen und Bürger noch überschaubar sei und die unmittelbare Handlungsfähigkeit ermögliche. Es gehe nicht um Berlin und Prag, sondern um die Menschen vor Ort. Das Zusammenwachsen Europas sei abhängig vom Beitrag der kleinsten Zellen. Zellner: "Die erfolgreiche Arbeit im Aktionsbündnis Künisches Gebirge beweist, dass das Zusammenwachsen und das Zusammenfinden in kleinen Räumen auch funktioniert."
Die tschechischen Vertreter Petr Pelcl und Milena Andrlova betonten die Einzigartigkeit dieser grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Die Tschechische Republik unterstütze das Projekt.
Auf bayerischer Seite sind an dem Projekt neben den Gemeinden und dem Landratsamt Cham die für die ländliche Entwicklung und die Landesentwicklung zuständigen Ministerien, die Direktion für Ländliche Entwicklung Regensburg und die Regierung der Oberpfalz beteiligt.
Derzeit werden beiderseits der Grenze regionale Entwicklungskonzepte erarbeitet, deren Kernstück eine gemeinsame grenzüberschreitende Entwicklungsstrategie bildet. Mit der Erarbeitung wurde das Planungsbüro LARS Consult in München beauftragt. Bis Ende des Jahres 2001 sollen konkrete deutsch tschechische Projekte entwickelt sein und umgesetzt werden. Dabei geht es z.B. um die Sanierung des Osserschutzhauses, eine grenzüberschreitende Tourismusakademie, ein grenzüberschreitendes Wallfahrts- und Begegnungszentrum und die Zusammenarbeit im forstlichen Bereich.

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