10.01.2008
"Tschechische Bibliothek" wird übergeben
(DTPA/MTL) JIHLAVA/ IGLAU: Eine feierliche Übergabe der vollständigen Ausgabe der "Tschechischen Bibliothek" findet am 17.Januar 2008 in der Fremdsprachigen Bibliothek der Polytechnischen Hochschule (Vysoká škola polytechnická) in Jihlava statt. Das Projekt der Tschechischen Bibliothek ist eine Initiative der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart und stellte die größte Edition tschechischer Literatur außerhalb Tschechiens dar und wurde nach zehn Jahren bei DVA abgeschlossen. Die Robert Bosch Stiftung förderte das Projekt mit einer Million Euro. Im August dieses Jahres würdigten der Bundespräsident Horst Köhler und Staatspräsident Václav Klaus mit einem Festakt in Berlin den erfolgreichen Abschluss der Tschechischen Bibliothek.
Ziel des Projektes war die Meisterwerke der tschechischen Literatur ins Deutsche zu übersetzen und dabei das Bewusstsein und Interesse für die tschechische Literatur und Kultur zu wecken. Die Tschechische Bibliothek erschien in 33 Bänden in der Deutschen Verlagsanstalt Stuttgart und München. Einige Meisterwerke wurden zum Teil noch nie in der deutschen Sprache vorgelegt, so etwa die Prosa von Karel Hynek Mácha oder die Polemiken von K. H. Borovský. Die Schirmherrschaft haben die Präsidenten Václav Havel und Johannes Rau übernommen. Die Tschechische Bibliothek vereint das Beste der tschechischen Bohemistenszene: an der Herausgabe der Texte von 213 tschechischen Autoren haben 66 Übersetzer und Bohemisten gearbeitet. Geschäftsführender Herausgeber dieser rund 13.500 Seiten umfassenden Reihe ist Hans Dieter Zimmermann, Professor am Institut für Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin. Mitherausgeber waren Peter Demetz, Emeritus der Yale University New Haven; Jiří Gruša, Schriftsteller und Präsident des Internationalen PEN-Klubs; Peter Kosta, Professor für Slavistik an der Universität Potsdam, sowie der Bohemist und Berliner Übersetzter Eckhard Thiele.
Die Reihe bietet ein Panorama tschechischer Literatur und Geistesgeschichte: vom Mittelalter bis zur Gegenwart neben der Dichtung und Prosa auch Essays sowie philosophische und künstlerische Texte. Dem Leser werden in dieser Reihe z.B. Werke von Johann Amos Comenius, Karel Čapek, Jaroslav Hašek, Bohumil Hrabal, Ivan Olbracht, Karel Poláček oder Josef Škvorecký präsentiert.
"Der deutsche Leser bekommt in der Tschechischen Bibliothek weit mehr als eine Sammlung hervorragender Literatur, er bekommt sie auf unverwechselbar tschechische Art: mit Ironie, Humor und abgründigem Sprachwitz gewürzt. Die Tschechische Bibliothek ist insgesamt ein Kompliment an den Reichtum, die Bedeutung und die Schönheit der tschechischen Kultur", ergänzte Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. Für die Robert Bosch Stiftung ist die Tschechische Bibliothek ein wichtiges Element der Völkerverständigung. Zusätzlich zur Tschechischen Bibliothek hat die Robert Bosch Stiftung über 100 begleitende Veranstaltungen gefördert.
Neben tschechischer Literatur lies die Robert Bosch Stiftung auch Literatur anderer Länder in die deutsche Sprache übersetzen: so gibt es neben der "Polnischen Bibliothek" auch die "Türkische Bibliothek".
Dank der Bücherspende der Robert Bosch Stiftung steht den tschechischen Lesern ab nun die Gesamtausgabe der Tschechischen Bibliothek neben der Nationalbibliothek in Prag auch in der Fremdsprachigen Bibliothek der Polytechnischen Hochschule in Jihlava zur Verfügung. An der feierlichen Übergabe nahm für die Polytechnische Hochschule Rektor der Hochschule Dr. Ladislav Jirku . teil, die Robert Bosch Stiftung wurde durch den Bereichsleiter des Programmbereichs "Völkerverständigung Mittel- und Osteuropa", Prof. Dr. Joachim Rogall, vertreten. Weiter nahmen an der Übergabe der Vertreter des regionalen Bosch - Unternehmens "BOSCH DIESEL s.r.o." Frank Wams, der stellvertretende Leiter des Prager Goethe - Instituts, Dr.Matthias Makowski, und der Vorsitzende des Iglauer Regionalkulturverbandes, Mojmir Kolar, teil.
Die Fremdsprachige Bibliothek an der Polytechnischen Hochschule ist eine öffentliche Einrichtung, die im Jahr 2004 als ein gemeinsames Projekt der Polytechnischen Hochschule und des Iglauer Regionalkulturverbandes e.V. eröffnet wurde. Das Ziel der Bibliothek ist, den tschechischen Studenten und der Öffentlichkeit des Landkreises Hochland (Vysočina) den Zugang zu der deutsch-/fremdsprachigen Literatur und Kultur zu ermöglichen. Durch das kulturelle Begleitprogramm der Bibliothek wird der grenzüberschreitende Kultur- und Ideenaustausch gefördert. Im Jahr 2005 wurde in der Bibliothek das Lehrmittelzentrum für Deutsch als Fremdsprache des Goethe - Instituts Prag eröffnet. Dieses Lehrmittelzentrum bietet u.a. den Schülern, Studenten und Interessenten aus der Region die Möglichkeit, die internationalen Sprachprüfungen des Goethe -Instituts direkt an der Polytechnischen Hochschule abzulegen und auf diese Weise ihre Sprachkompetenzen zu verbessern. Das Projekt der Fremdsprachigen Bibliothek wurde durch den Deutsch - Tschechischen Zukunftsfonds in Prag, das Prager Goethe-Institut und das Österreichische Kulturforum Prag unterstützt. Die Fremdsprachige Bibliothek wurde persönlich vom tschechischen Senatspräsidenten, Dr. Petr Pithart, eröffnet.
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