15.11.2007
Zusammenarbeit für sauberes Trinkwasser
(DTPA/MT) PIRNA: Die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (LTV) und der tschechische Talsperrenbetreiber Povodí Ohre (POH) haben unter Beteiligung der tschechischen Forstverwaltung (LČR) ein gemeinsames Projekt für die Verbesserung der Trinkwasserversorgung gestartet. Gefördert mit Mitteln der Europäischen Union soll die Huminstoffbelastung in den Talsperren Fláje (Tschechische Republik) und Rauschenbach (Landkreis Freiberg) gesenkt werden.
Weil das gemeinsame Einzugsgebiet der beiden Talsperren einen erheblichen Anteil an Moorgebieten aufweist, treten im zulaufenden Wasser verstärkt Huminstoffe auf. Sie sorgen für eine gelb-braune Färbung des Wassers und werden deshalb im Trinkwasser als störend empfunden. Bei der Aufbereitung von Rohwasser aus den beiden Talsperren müssen sie mit aufwändigen und teuren Verfahren ausgeflockt und entfernt werden, da sie sich sonst am Ende des Aufbereitungsprozesses mit dem Desinfektionsmittel zu gesundheitsgefährdenden Nebenprodukten verbinden könnten.
LTV, POH und LČR wollen deshalb durch bauliche Maßnahmen die Huminstoffbelastung in den Talsperren senken. Dazu sind für die Talsperre Fláje Vorbecken geplant. In diesen Becken sollen sich die Huminstoffe abbauen, bevor das Wasser der Flöha das Becken der Hauptsperre erreicht. Da die Talsperre Rauschenbach in Fließrichtung der Flöha nur etwa vier km unterhalb der Talsperre Fláje liegt, führt eine Senkung der Huminstoffe in der tschechischen Talsperre auch hier zu einer deutlich geringeren Huminstoffbelastung. Für eine zusätzliche Verbesserung soll an der Talsperre Rauschenbach eine Tauchwand in Kombination mit einer Grundschwelle sorgen, die ähnlich wie eine Vorsperre wirkt.
Für das Projekt werden LTV, POH und LČR im kommenden Jahr gemeinsam Fördermittel aus dem EU-Programm Interreg IIIa bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) beantragen. Ulrich Kraus, Geschäftsführer der LTV: "Huminstoffe machen vor staatlichen Grenzen nicht halt. Darum sind wir froh über Förderprogramme, die gemeinsame Maßnahmen zur Verbesserung der Trinkwasserqualität in Sachsen und Tschechien ermöglichen."

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