28.09.2007
Gemeinsam für Innovationen
(DTPA/MT) PRAG: Beginn der Technologiekooperation zwischen Tschechien und Nordrhein-Westfalen: Die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer veranstaltet ein Hochtechnologiesymposium im Rahmen der Internationalen Maschinenbaumesse am 4. Oktober in Brünn.
Innovationen in den zukunftsträchtigen Bereichen Nanotechnologie und Mikrosystemtechnik sichern die Attraktivität eines Wirtschaftsstandorts. Sie garantieren Konkurrenzfähigkeit, Arbeitsplätze sowie eine lebenswerte Umwelt. Die Bundesrepublik Deutschland gilt als hoch entwickelt auf dem Feld der so genannten Hochtechnologien. Mit gesamtwirtschaftlichen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von rund 2,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegt Deutschland im oberen Drittel der Industrienationen. Doch der Weg des Strukturwandels hin zur Wissensgesellschaft verlief in den einzelnen Regionen des Landes unterschiedlich. Zum Beispiel Nordrhein-Westfalen: Einst traditionelle Kohle- und Stahlregion, vollzog das westdeutsche Bundesland in den letzten Jahrzehnten den Wandel zu einem renommierten Standort für Hochtechnologieentwicklung, Innovation und angewandte Forschung. Man kann Parallelen zu Tschechien ziehen, wo diese Entwicklung politisch bedingt später begann. Erst seit gut fünf Jahren beschäftigt sich die Wissenschaft hier intensiv mit der Nano- und Mikrotechnologie, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes langfristig zu sichern.
Gemessen am finanziellen und personellen Einsatz stellt sich die wirtschaftliche Bedeutung technologischer Innovationen in Nordrhein-Westfalen und Tschechien folgendermaßen dar: 0,9 Prozent der Erwerbstätigen arbeiteten im Jahr 2003 in Nordrhein-Westfalen im Bereich Forschung und Entwicklung, hier zu Lande waren es 0,6 Prozent. 1,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts wurden im Jahr 2004 in Nordrhein-Westfalen für diesen Bereich aufgewendet, in Tschechien lag dieser Wert bei 1,3 Prozent.
Erheblichere Unterschiede weisen die beiden Regionen jedoch bei den Strukturen von Forschung und Entwicklung auf: "Der Austausch zwischen Wirtschaft und akademischen Institutionen ist hier zu Lande zu niedrig. Und bei der Zahl der angemeldeten Patente liegt Tschechien im EU-Vergleich erstaunlich weit hinten. Dies zeigen Ergebnisse einer aktuellen Studie der Deutsch- Tschechischen Industrie- und Handelskammer. Im Bereich der angewandten Hochtechnologieforschung muss sich noch viel bewegen, um Tschechiens internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter zu steigern, " sagt Mirjam Schwan, Stellv. Geschäftsführerin der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer. "Die gegebenen Parallelen legen eine enge Zusammenarbeit zwischen Tschechien und Nordrhein-Westfalen bei technologischen Entwicklungen nahe. Wir können hier eine neue Stufe der Kooperation erreichen – einen für beide Seiten fruchtbaren Wissensaustausch auf höchster wissenschaftlicher Ebene".
Der Grundstein für diese Zusammenarbeit wird auf dem Tschechisch-Deutschen Hochtechnologiesymposium gelegt, das die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer zusammen mit der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund und weiteren Partnern und Sponsoren im Rahmen der Internationalen Maschinenbaumesse am 4. Oktober in Brünn erstmals veranstaltet. Die Fraunhofer-Gesellschaft, das Zentrum für Nanotechnologie in Münster CeNTech sowie das Technologie Zentrum Dortmund zeigen, wie in Deutschland bzw. Nordrhein-Westfalen Brücken zwischen Forschung und industrieller Anwendung geschlagen werden – Modelle, die auch für Tschechien interessant sind. Die Wirtschaftsförderungseinrichtungen CzechInvest und AiF informieren über Fördermöglichkeiten für länderübergreifende Technologiekooperation. Und auch erfolgreiche tschechische Beispiele für Technologiekooperation in Hightech-Branchen werden thematisiert: Das Technologiezentrum der Tschechischen Akademie der Wissenschaften, das erste Nanotechnologie-Cluster in der Tschechischen Republik in Olomouc sowie verschiedene Best Practice Beispiele aus Unternehmen stellen sich vor.
Eröffnet wird das Symposium von Dr. Michael Stückradt, Staatssekretär im Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen und Milan Hovorka, Vizeminister für Industrie und Handel der Tschechischen Republik.
Weitere Informationen: http://tschechien.ahk.de/index.php?78&tx_mjseventpro_pi1[showUid]=237&L=0

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