08.09.2007
Junior-Ranger erkundeten Nachbarland
(DTPA/MTL) MEHLMEISEL/ BOZI DAR: Auf eine Entdeckungsreise ins benachbarte Tschechien begaben sich die "Junior-Ranger Fichtelgebirge". Mit dem grenzüberschreitenden Projekt "Junior-Ranger Fichtelgebirge", initiiert vom Waldhaus Mehlmeisel, sollte Kindern aus dem Fichtelgebirge zum einen die Natur der eigenen Heimat näher gebracht werden, zum anderen sollte aber auch ihr Interesse an Natur, Sprache, Land und Leuten im Nachbarland Tschechien geweckt werden. Bei drei Aktionstagen in Mehlmeisel, Nagel und Wunsiedel hatten die Kinder bereits die Natur im Fichtelgebirge genau erkunden können. Zusammen mit Förster Ronald Ledermüller vom Waldhaus Mehlmeisel und Praktikantin Christina Schneider erkundeten die Junior-Ranger zunächst die Natur rund um Mehlmeisels Partnergemeinde Bozi Dar im Erzgebirge. Natürlich hatten die Junior-Ranger sich auf ihren Besuch in Tschechien vorbereitet und begrüßten Bozi Dars Stadtförster Karel Picura mit einem herzlichen "Dobry den!". Picura erklärte den Besuchern: "Bozi Dar ist die kleinste und gleichzeitig höchstgelegene Stadt in Tschechien." Auf 1048 m Meereshöhe liegt der kleine Ort, der seine Gründung dem Silberbergbau im 16. Jahrhundert verdankt. "Das ist ja fast genau so hoch wie der Schneeberg bei uns", stellten die Junior-Ranger verblüfft fest. In dieser Höhe ist das Klima rau, wie die Junior-Ranger bei ihrem Besuch am eigenen Leib verspürten. Am Tag zuvor hatte es noch gute 5 Zentimeter geschneit. Nur ein Grad Celsius zeigte das Thermometer, als die Junior-Ranger zusammen mit ihren Betreuern die weiten Moore auf der Hochebene rund um Bozi Dar erkundeten. "Bis zu dreieinhalb Meter tief reichen die Torfschichten in unserem Moor. Es beherbergt eine Reihe ganz besonderer Pflanzen, wie etwa die Moorkiefern, die Zwergbirke, Rauschbeeren oder den Sonnentau", erklärte Förster Karel Picura. Viele der Pflanzen wachsen auch in den Mooren des Fichtelgebirges, stellten die Kinder fest. Wie die tschechischen Namen dieser Pflanzen heißen, erklärte Karel Picura anhand von Informationstafeln. Und auch einige tschechische Worte, die man bei einem Besuch im Nachbarland gut gebrauchen kann, lernten die Kinder.
Schwer zu leiden hatten die Fichtenwälder im Erzgebirge in der Vergangenheit unter den Luftschadstoffen aus den Braunkohlekraftwerken. "Wir brauchen dringend mehr Mischbaumarten, damit unsere Wälder stabiler werden", wünschte sich Förster Picura. Dass Mischwälder viel gesünder sind, hatten die Junior-Ranger aus dem Fichtelgebirge natürlich bereits gelernt. Als Gastgeschenk hatten sie deshalb kleine Buchen und Vogelbeerbäumchen mitgebracht. Unter der fachkundigen Anleitung der Förster pflanzten sie die Bäumchen aus dem Fichtelgebirge im Stadtwald von Bozi Dar ein. Darauf waren sie richtig stolz: "Jetzt haben wir dem Wald hier vielleicht ein bisschen geholfen."
Nicht nur in der Natur fanden die Junior-Ranger viele Gemeinsamkeiten zwischen dem Erzgebirge und dem Fichtelgebirge. Auch in der Geschichte haben beide Landschaften vieles gemeinsam. "Der Name Bozi Dar heißt auf deutsch übersetzt ‚Gottes Gab’", erklärte Projektleiter Ronald Ledermüller. "Den gleichen Namen trägt ein mittelalterliches Bergwerk bei Neubau." Und auch der höchste Berg des Erzgebirges auf deutscher Seite, der von Bozi Dar nur einen Steinwurf weit entfernt liegt, heißt Fichtelberg.
Auf der Rückfahrt ins Fichtelgebirge machten die Junior-Ranger noch Halt im Moor Soos bei Franzensbad. Staunend durchstreiften die Kinder die urige, fremdartig wirkende Moorlandschaft mit ihren vielen Mineralquellen und blubbernden Gaslöchern. Von der schönen und interessanten Landschaft im Nachbarland waren die Kinder nach dem Besuch begeistert. Und auch davon, dass sie ganz nebenbei ein paar Worte Tschechisch kennen gelernt hatten.
Finanziell unterstützt wurde das Projekt des Waldhauses Mehlmeisel von der Euregio Egrensis, der Oberfrankenstiftung und der Organisation Europark. (Bildquelle: Waldhaus Mehlmeisel)
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