20.06.2000
Sonnenstrahlung erfordert aktiven Sonnenschutz
(DTPA) SALZGITTER/MÜNCHEN: Extrem hohe Messwerte der ultravioletten (UV-) Strahlung der Sonne lieferte das deutsche UV-Messnetz an den vergangenen Sonnentagen in München und im Schwarzwald. Auch für heute und morgen wird ein UV-Index (UVI) von 9 prognostiziert. Ein solcher Wert lässt eher an südliche Urlaubsgebiete wie Mallorca oder Tunesien denken als an Deutschland. Der Wert liegt deutlich über den erwarteten mittleren Vergleichswerten der letzten Jahre. In unseren Breiten sind selbst im Hochsommer nur UVI-Werte um 7, selten einmal 8 üblich. Wesentliche Ursache für die erhöhten UVI-Werte ist die seit Februar nahezu durchgängig um 10 bis 15 Prozent verringerte Stärke der Ozonschicht.
Der UV-Index ist ein Maß für die Stärke der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung. Bereits ab UVI 5 wird die UV-Belastung durch die Sonne als "hoch" eingestuft. Blonde hellhäutige Menschen können dann schon nach etwa einer halben Stunde einen Sonnenbrand erleiden, wenn sie sich nicht ausreichend vor der Sonne schützen. Beim UVI 9 ist dies Zeit sogar schon nach nur etwa 10 Minuten der Fall.
Zuviel UV-Strahlung schadet der Gesundheit. Ein erhöhtes Hautkrebsrisiko und frühzeitige Hautalterung sind die kritischsten Folgen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) rät daher dringend, dem Sonnenschutz die nötige Aufmerksamkeit zu schenken und aktive Maßnahmen zu ergreifen. Am besten ist es, die Mittagsstunden im Schatten zu verbringen. Besonders Kinder sind vor einem Übermaß an Sonnenstrahlung und damit vor Sonnenbränden zu schützen. Geeignete Kleidung, Hut und eine sehr gute Sonnenbrille sind der beste Sonnenschutz. Unbedeckte Körperpartien sind je nach persönlichem Hauttyp mit Sonnenschutzmitteln einzureiben, die einen ausreichend hohen Lichtschutzfaktor aufweisen. Bei blonden, hellhäutigen Menschen sollte der Lichtschutzfaktor mindestens dem doppelten UVI-Wert entsprechen, wenn sie noch nicht vorgebräunt sind.
Das BfS betreibt seit 1994 gemeinsam mit dem Umweltbundesamt, dem Deutschen Wetterdienst und angegliederten Mess-Stationen ein UV-Messnetz. An neun Standorten in Deutschland wird die Intensität und spektrale Zusammensetzung der UV-Strahlung kontinuierlich gemessen, die von der Sonne auf die Erde trifft. Langfristig werden Aussagen unter anderem darüber erwartet, ob und gegebenenfalls wie sich Veränderungen in der Ozonschicht der hohen Atmosphäre auf die Intensität der solar-terrestrischen UV-Strahlung auswirken. Aus den Messdaten ermittelt das BfS den UV-Index (UVI), einen internationalen Vergleichswert zur Bewertung gesundheitlicher Wirkungen der solaren UV-Strahlung.

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