19.06.2000
Tschechiens drittgrößte Bank in Schwierigkeiten
(DTPA) PRAG: Die Tschechische Nationalbank (CNB) hat am Freitag die Zwangsverwaltung über die drittgrößte tschechische Geschäftsbank IPB (Investicni a postovni banka) verhängt. Damit ging die Leitung des Bankhauses, in dem die japanische Nomura-Gesellschaft mit ihrem 46-prozentigen Aktienanteil Hauptaktionär ist, an den von der Zentralbank ernannten Zwangsverwalter über. Der gemeinsamen Pressemitteilung der Nationalbank und des Finanzministeriums zufolge sei das Ziel dieser Maßnahme, die Gefährdung der Spareinlagen zu verhindern beziehungsweise die Stabilität des Bankensektors zu gewährleisten. Die Zwangsverwaltung sei mit Zustimmung der tschechischen Regierung eingeführt worden. Als einzig möglichen Ausweg aus der Krise bezeichnete Premier Milos Zeman den Verkauf der Bank IPB an ausländische Partner. Oppositionelle Abgeordnete äußerten sich negativ über den Einsatz der Schnelleingreiftruppe. Es sei zu einem enormen Amtsmissbrauch seitens des Innenministers gekommen, der daraus entsprechende Konsequenzen ziehen sollte, zitiert der tschechische Rundfunk Oppositionspolitiker.
Präsident Vaclav Havel hat die Entscheidung der Tschechischen Nationalbank hinsichtlich der IPB-Bank befürwortet. Wie er nach seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus vor Journalisten erklärte, sollte sich diese rasante Maßnahme als vorteilhaft für die Anleger der IPB erweisen und sich gleichzeitig auch positiv auf das Klima in der gesamten Gesellschaft auswirken.

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