27.03.2007
Arbeitnehmer brauchen europäisches Sozialmodell
(DTPA/AB) DRESDEN: Mit den Römischen Verträgen sei vor 50 Jahren der Grundstein für die friedliche Entwicklung Europas gelegt worden, erklärte der sächsische DGB-Vorsitzende Hanjo Lucassen anlässlich eines festlichen Empfangs mit über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Deutschland, Tschechien und Polen in Dresden. Nach dem Naziterror und den Zerstörungen des 2. Weltkrieges sei dies die einzig sinnvolle Alternative für die Völker in Europa gewesen. Die europäischen Gewerkschaften hätten sich daher von Anfang an hinter die Entwicklung der Europäischen Union gestellt. Die Dominanz der wirtschaftlichen Interessen, die in den Römischen Verträgen zum Ausdruck kommt und die bis heute anhält, muss nach Ansicht des DGB und seiner Gewerkschaften zugunsten eines europäischen Sozialmodells verändert werden.
"Während Unternehmen die Beschäftigten europaweit unter Druck setzen und versuchen, sie gegeneinander auszuspielen – sei es durch die Drohung, Standorte zu verlagern oder den Versuch, Lohn- und Sozialstandards zu drücken –, bleiben oft die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf der Strecke! Damit muss Schluss sein. Wir brauchen endlich ein Europa, das den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und ihren Familien zugute kommt. Die Idee von Europa wird bei den Menschen nur ankommen, wenn Europa positiv erlebt wird. Die Angst vor Lohndumping und Arbeitsplatzverlust lähmt die europäische Entwicklung", sagte der sächsische DGB-Vorsitzende.
Der DGB Sachsen und seine Mitgliedsgewerkschaften arbeiten seit 14 Jahren im Interregionalen Gewerkschaftsrat Elbe-Neiße mit den Gewerkschaften in den Nachbarländern zusammen. Im Grenzbereich zu Polen und Tschechien beteiligen sich die Gewerkschaften z.B. zusammen mit Arbeitsverwaltungen und Arbeitgebern an der Entwicklung einer EURES-Grenzpartnerschaft für einen integrierten Wirtschafts- und Arbeitsmarkt. "Grenzüberschreitende Projekte von Arbeitnehmern müssen sehr viel stärker als bisher gefördert werden. Wir müssen gemeinsam im Interesse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für europäische Mindeststandards bei den Arbeitsbedingungen sorgen", sagte Lucassen.

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