12.03.2007
Die Borkenkäferentwicklung im Erzgebirge
(DTPA/MTL) KARSDORF/ MILTITZ: Das Christlich-Soziale Bildungswerk Sachsen e.V. (CSB) führte vor wenigen Tagen in der Staatlichen Fortbildungsstätte Karsdorf ein grenzübergreifendes Fachseminar über die Borkenkäferentwicklung im Erzgebirge durch. Dieses erfolgte im Rahmen des Interreg IIIa-Projektes "Grenzüberschreitende Vernetzung der Umweltbildung". Den zahlreich erschienenen Interessenten und Waldeigentümern wurde eine umfassende Gesamtschau zum Thema Borkenkäfer geboten.
Der Geschäftsführer des Staatsbetriebes Sachsenforst, Prof. Dr. Hubert Braun, und CSB- und SLK-Geschäftsführer Peter Neunert begrüßten die Teilnehmer. Peter Neunert hob die über dieses Seminar hinaus, schon seit Jahren bestehende gute Zusammenarbeit zwischen dem Sachsenforst, dem CSB und dem Sächsischen Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. (SLK) hervor. Sie wird sich in Zukunft neben den bisherigen Themen unter anderem auch auf die Initiative "Qualitätswanderwege Sachsen" erweitern.
Über die Entwicklung des Borkenkäferbefalls in den letzten Jahren in Sachsen sowie über die Borkenkäfer-Massenvermehrung und ihre Begegnung insbesondere unter den vielfältigen Waldeigentumsverhältnissen des Forstbezirkes Bärenfels informierten Lutz-Florian Otto und Wolfram Gläser vom Staatsbetrieb Sachsenforst. Prof. Dr. Michael Müller vom Institut für Waldbau und Forstschutz der Technischen Universität Dresden ging in seinem Fachvortrag auf die derzeitigen Möglichkeiten und neue Ansätze zur Vermeidung von Borkenkäferschäden ein. Über die Borkenkäfer-Befallslage in Nordböhmen sprach Josef Benes von der Tschechischen Staatsforstverwaltung, der auch die ergriffenen Gegenmaßnahmen einschätzte. Dr. Marco Heurich von der Nationalparkverwaltung Bayrischer Wald informierte über die Situation in seinem Gebiet und die Entwicklung eines neuen Verfahrens für die Waldbeurteilung aus der Luft. Nach der Diskussion besichtigten die Teilnehmer zum Abschluss im Rahmen einer Exkursion Befallsflächen im Forstbezirk Bärenfels. An der Vorbereitung und Durchführung des grenzübergreifenden Fachseminars waren neben den bereits erwähnten Einrichtungen auch der Bund Deutscher Forstleute und die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt beteiligt.
Dietmar Holz vom Forstbezirk Bärenfels, spricht es aus: "Beim Waldschutz sitzen wir alle in einem Boot." Und nicht zu überhören war die Warnung der Experten, dass durch die Klimaänderung eine Verschärfung der Situation zu erwarten ist. Deshalb sind solche Wissens- und Erfahrungsaustausche mit einer derartig breiten Beteiligung und grenzüberschreitenden Ausrichtung auch in Zukunft sehr wichtig.
Die Vorträge, die zum Fachseminar gehalten wurden, sind ab 15. März im Internet unter http://www.csb-miltitz.de, Rubrik Mittel- und Osteuropa, als pdf-Dateien abrufbar.

Bild: Im Rahmen einer Exkursion besichtigten die Seminarsteilnehmer Befallsflächen im Forstbezirk Bärenfels. (Quelle: CSB)
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