12.02.2007
Winter-Gipfel ein Krisen-Gipfel?
(DTPA/MT) OBERWIESENTHAL: Das winterliche Oberwiesenthal kann am 9. Februar nicht darüber hinwegtäuschen: Bleibt der Schnee im Erzgebirge aus, leidet der Tourismus. Wegen Gästemangel mussten Hotels bereits Insolvenz anmelden.
Beim Besuch des sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt am 9. Februar wurde die Tourismusproblematik thematisiert. Das Treffen am Fichtelberg, von der Sächsischen Staatskanzlei als "Winter-Gipfel" von der Boulevardpresse als "Krisen-Gipfel" bezeichnet, brachte hochrangige Politiker aus Dresden und der Region mit wichtigen Touristikern zusammen.
Ihr Credo: Der Tourismus im Erzgebirge steht vor Veränderungen. Die Region will die Herausforderung annehmen.
Georg Milbradt auf der Pressekonferenz: "Nur eins ist, glaube ich, wichtig, wenn wir einfach sagen: 'Es ist alles schön und es hat bisher gut funktioniert und wir haben riesige Erfolge gehabt. Jetzt ruhen wir uns mal aus und die Gäste mögen doch Bitteschön kommen und ihr Geld hier lassen.' So wird es nicht laufen! Tourismus ist eine Dienstleistung und da muss man sich nach dem Kunden richten.”
Das scheint im Erzgebirge auch zu gelingen. Denn insolvente Hotels ist nur die eine Seite. Wie der Direktor des Landestourismusverbandes Sachsen, Manfred Böhme, betonte, gehört das Erzgebirge zu den wenigen Regionen, die in den letzten beiden Jahren Zuwächse bei den Gästezahlen hatten.
Milbradt: "Man hat ja hier gemerkt, dass über die Ziele, über die Richtungen, in denen sich das Erzgebirge weiterentwickeln sollte, keine Kontroverse herrscht. Ich hab auch andere Diskussionen schon mitgemacht, wo das sehr viel kontroverser war. Möglicherweise mag man über den ein oder anderen Weg noch streiten. Aber ich bin ja sehr froh, dass der Tourismus offensichtlich seine Gemeinsamkeit gefunden hat und seine Ziele kennt.”
Milbradt, selbst leidenschaftlicher Winterurlauber, nahm nach der Konferenz für die Fotografen auf einem Motorschlitten der Bergwacht Platz (Bild). Ein Bild ohne Zukunft? Auf alle Fälle muss sich der Tourismus im Erzgebirge wegen des Klimawandels auf Ganzjahresangebote einstellen. Die Abgrenzung Sommer- und Wintertourismus ist nicht mehr zeitgemäß. Außerdem ist im Grenzgebiet die Zusammenarbeit mit den tschechischen Nachbarn ein Erfolgsgarant. Das machte beim "Winter-Gipfel" nicht nur der Ministerpräsident deutlich.
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