09.12.2006
Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds bei Minister
(DTPA/MTL) PRAG: Auf Einladung des Ministers für Auswärtiges der Tschechischen Republik tagte der Verwaltungsrat des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds am 6. und 7. Dezember 2006 im Černínský Palais in Prag.
Der Außenminister der Tschechischen Republik, Alexandr Vondra, empfing die Vertreter des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds. Er dankte Ihnen für ihre bisherige Tätigkeit und hob die Verdienste des deutschen Geschäftsführers Herrn Werner hervor, der nach neun Jahren seine Funktion niederlegen wird. Herr Vondra bestätigte, dass aufgrund der positiven Ergebnisse des Zukunftsfonds beide Regierungen entschieden haben, den Fonds mit weiteren Mitteln auszustatten. Auch nach dem Jahr 2007 sollten Projekte in den Bereichen Jugend, Bildung und Kultur zu den Prioritäten des Fonds gehören.
Im Rahmen der Sitzung behandelte der Verwaltungsrat 138 Projekte, von denen 105 eine Unterstützung von insgesamt fast 540.000 Euro erhielten.
Projekte im Bereich Jugend und Bildung fördert der Zukunftsfonds dabei besonders stark. Neben Dutzenden kleineren Projekten dieser Thematik wird die Initiative "Versuch´s mal in Deutschland" des Deutsch-Tschechischen Jugendforums unterstützt. Sie richtet sich mit einem Cyclus von Präsentationen über Studien- und Aufenthaltsmöglichkeiten in Deutschland an Schüler der mittleren Reife. Zu den unterstützten kulturellen Ereignissen gehört z.B. das Gastspiel der Deutschen Oper am Rhein in Brünn; die tschechische Kultur wird demgegenüber mit dem Festival Tschechischer Kultur in Ulm vorgestellt. Der Zukunftsfonds fördert ebenso eine Ausstellung über die Lausitzer Sorben und einen Dokumentarfilm der Schicksale sudetendeutscher Antifaschisten. Im Rahmen des Festivals "Jeden Svět" hilft der Fonds finanziell bei der Verwirklichung von Podiumsdiskussionen und Filmprojektionen zum Thema Rassismus, Nationalismus und Neonazismus. Den Senioren der deutschen Minderheit wird der Fonds darüber hinaus in guter Tradition über das kommende Jahr hinweg zu Rehabilitationsaufenthalten in Kureinrichtungen beisteuern.
Der Verwaltungsrat würdigte auch die Zusammenarbeit der ehemaligen und heutigen Bewohner der Grenzgebiete bei der Rekonstruktion von Denkmälern. Beiträge wird er beispielsweise zur Reparatur der Kirchen des Hl. Urban in Vysoká, des Hl. Nikolaus in Nordmähren, der Hl. Anna in Verneřice oder auch zur Restaurierung der Dreifaltigkeitssäule in Zákupy leisten. Unter den geförderten jüdischen Kulturdenkmälern ist besonders das Haus der Beerdigungsbruderschaft in Teplice oder die Synagoge in Nová Cerekev hervorzuheben.
Hohe Aufmerksamkeit widmete der Verwaltungsrat den Projekten, die im Rahmen des Deutsch-tschechischen Kulturfrühlings präsentiert und von der Deutschen Botschaft Prag sowie dem Goethe-Institut überdacht werden. Bezuschusst werden in diesem Kontext das ungewöhnliche Filmprojekt "Die Stadt in Neuem Licht", das im öffentlichen Raum in Ústí nad Labem statfinden wird, die Fotografieausstellung "Galerie der Neuen Zeit", welche in einem Bahnzug zwischen tschechischen und deutschen Städten wandern wird sowie die Vorstellungen zweier Berliner Theaterensembles im Archa Theater Prag.

Copyright © 2006 by KabelJournal GmbH Beierfeld. Alle Rechte vorbehalten.
Eine Haftung für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden!