29.05.2001
Maßnahmen gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern
(DTPA/FM) DRESDEN: Nach der öffentlichen Anhörung zum PDS-Antrag "Internationale und nationale Maßnahmen gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern" , bei dem es vor allem um die Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs tschechischer Kinder durch deutsche Täter geht, sagte die Sprecherin für Gleichstellungspolitik der PDS-Landtagsfraktion, Dr. Cornelia Ernst, unter Bezugnahme auf zwei von der PDS-Fraktion benannte Sachverständige:
"Die Streetworkerin Ludmilla Irmscher vom Projekt KARO in der Euroregion Egrensis sagte, dass die Prostitution im Raum Cheb von besonderer Härte und Grausamkeit geprägt ist. Hier werden Klein- und Kleinstkinder - auch mit Hilfe von Drogen - zur Prostitution verkauft. Diese Kinder haben keine Lobby. Sie sind größtenteils Sinti- und Romakinder, die natürlich tschechische Staatsbürger sind. Die Täter kommen vor allem aus Sachsen und Bayern. Sie gehören den mittleren und gehobenen Gesellschaftsschichten an und setzen alle möglichen Sexualpraktiken an den Kindern durch."
Der tschechische Abgeordnete Jaromir Kolicek, Mitglied im Außenausschuss des tschechischen Parlaments, sieht ein riesiges Problem mit der sexuellen Ausbeutung von Kindern in den großen Städten. Es sei höchste Zeit zu handeln. Es gibt schon Polizeiprojekte wie ,Bordelle in Prag', die sich mit Prostitution beschäftigt haben und Maßnahmen (z.B. Informationen über Hilfsangebote für missbrauchte Kinder) vorschlagen bzw. diese auch schon umsetzen. Für die Grenzregionen gibt es solche Projekte aber noch nicht.

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