02.10.2006
Fachtagung in der Plauener Markuskirche
(DTPA/PF) PLAUEN: Am 6. und 7. Oktober findet in der Plauener Markuskirche eine öffentliche Tagung mit dem programmatischen Titel "Das Neue Forum in Plauen – Bürger machen Politik" statt. Ausgehend von den Erfahrungen des Neuen Forums in der ehemaligen DDR und des Občansky forum (Bürgerforum) in der damaligen ČSSR 1989/90, soll der Frage nachgegangen werden, wie Bürger zu einer Erneuerung der Demokratie beitragen können. Woher nahmen die beiden Gruppen die Kraft und den Mut zu Aktivitäten, die einen gesellschaftlichen Wandel herbeiführten und die jüngere Geschichte Deutschlands und Europas nachhaltig beeinflussten?
Das Programm startet am 6. Oktober um 17:00 Uhr in der Markuskirche mit einer Einführung in die Bilderwelten aus der heißen Aufbruchsphase sowohl in Plauen als auch in Cheb. Dabei werden auch einige aufschlussreiche Dokumente zu sehen sein. Der größere Teil des Abends gehört dann aber den Zeitzeugen aus beiden Städten. Sie werden erzählen, auf wie unterschiedliche Weise sie zum Neuen Forum in Plauen bzw. zum Občansky forum in Cheb kamen, wie sie die Geschehnisse prägten und erlebten und wie weit die Wege danach wieder auseinanderführten. Die Moderation der Runde hat die angesehene Schriftstellerin Alena Wagnerova übernommen. Was die Tagung dabei besonders hervorhebt ist, dass hier zum ersten Mal die Geschichte und Geschichten des Neuen Forums in Plauen und die Entwicklung des Občansky forum in Cheb 1989/90 miteinander verglichen werden können.
Im Mittelpunkt des zweiten Tages steht die Frage, wie BürgerInnen heute Politik machen können. Statt nostalgisch verklärte Rückschau zu halten, sollen mit der damals bewiesenen Mündigkeit heutige Praktiken der Demokratie befragt werden. Die Veranstaltung bietet den Teilnehmern dazu die einmalige Chance, mit kompetenten Referenten über die verbreitete Politikverdrossenheit zu diskutieren. Unter ihnen befinden sich von deutscher Seite Dr. Martin Böttger, beschäftigt mit den Unterlagen des ehemaligen Staatsicherheitsdienstes, Dr. Martin Richter aus dem Dresdener Hannah-Arendt-Institut und Sup. i. R. Thomas Küttler. Von tschechischer Seite werden u.a. erwartet Jiří Vančura, der bis heute eng mit der Geschichte der Charta 77 verbunden ist, und Jindrich Konečny, der erste Parlamentsabgeordnete des Obcansky forum.
Veranstalter ist der Malzhaus e.V., Plauen, in Kooperation mit der Alois-John-Gesellschaft, Cheb. Gefördert wird die Tagung durch die Euregio Egrensis AG Vogtland/Westerzgebirge aus EU-Mitteln und durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.
Weitere Informationen zur Tagung sind erhältlich unter den Nummern 03741-223984 und 0163-1359350 oder per E-Mail unter der Adresse: georg.schatz@gmx.de.

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