02.10.2006
Tourismus als Motor
(DTPA/PF) MARKTREDWITZ: Das vierte und vorläufig letzte Euregio-Egrensis-Forum – die Reihe war eine der hervorragenden Veranstaltungen der Grenzenlosen Gartenschau – machte eines klar: Der Tourismus ist das Pfund, mit dem die Euregio wuchern kann. Der Publikumserfolg der Gartenschau sowohl in Marktredwitz als auch in Cheb zeigt dies mit besonderer Deutlichkeit. wie die Oberbürgermeisterin von Marktredwitz Dr. Birgit Seelbinder mit einigen beeindruckenden Zahlen belegt. Sie sieht sich in ihrer Überzeugung bestärkt, dass der Tourismus die beste Chance böte, der grenzüberschreitenden Region eine eigene Identität zu verschaffen und sich nicht nur als Durchgangsgebiet zu verstehen.
Georg Steiner, der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ostbayern (Regensburg), teilt diesen Optimismus aus seiner langjährigen Erfahrung, hebt aber hervor, dass die gemeinsame Projekte bislang nur funktionierten, weil auf jeder Seite der Grenze "ein paar Wahnsinnige" dahinter stehen. Einige strukturelle Voraussetzungen im Tourismussektor könnten, so gesehen, noch verbessert werden. Sein Punkt ist, dass sich die Banken bei Investitionsfragen in diesem Bereich quer stellten.
Dr. Petr Horký, stellvertretender Regionspräsident der Karlsbader Region, sieht besonders im Gelingen der Gartenschau ein starkes Argument, in der kommenden Förderperiode 2007 bis 2013 Geld aus Brüssel zu erhalten. Mit Blick auf gemeinsame Projekte sieht er sich momentan allerdings eher in der Rolle des Skeptikers. Die Sprachhürden würden zwar mit der Zeit verschwinden, aber sowohl die Einführung des Euro in Tschechien als auch der Beitritt zum Schengener Abkommen seien wieder auf die lange Bank geschoben worden.
Eine andere Hürde lokalisiert Tourismusmanager Steiner "in den Köpfen": "Wir sind das, was wir kommunizieren. Gäste wollen keine schwache, sondern eine kraftvolle Region besuchen." Bei der Frage, was denn nun zu tun sei, kommen die Gesprächsteilnehmer unter der wie immer souveränen Moderation von Thomas Viewegh schnell auf einen gemeinsamen Nenner. Statt sich tendenziell mit den kleinräumigen Strukturen zu beschäftigen, muss man sich gemeinsam auf den eigentlichen Attraktionswert der Euroregion besinnen und ihn international bekannt machen.

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