18.09.2006
Sachsens Staatsminister Jurk auf Messe in Brünn
(DTPA/MT) DRESDEN/ BRÜNN: Sachsens Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit, Thomas Jurk (SPD) und 60 sächsische Unternehmer und Wirtschaftsexperten sind am 18. September zur Messe nach Brünn gefahren, die dort bis zum 22. September stattfindet.
"Der tschechische Markt bietet hervorragende Geschäftsmöglichkeiten. Mit der Reise wollen wir die sächsischen Unternehmen dabei unterstützen, davon zu profitieren", so Staatsminister Jurk. "Die zum Teil noch traditionell guten Kontakte aus DDR-Zeiten sollen gepflegt und neue aufgebaut werden." Jurk wies auf den nach wie vor großen Modernisierungs- und Erneuerungsbedarf der tschechischen Energiewirtschaft hin, wobei 35 Prozent der importierten Kraftmaschinen und Ausrüstungen aus Deutschland kommen.
Bei der Eröffnung der Internationalen Maschinenbaumesse am Montagmittag trifft der stellvertretende Ministerpräsident Sachsens den Präsidenten der Tschechischen Republik Václav Klaus. Am Nachmittag eröffnet Jurk ein sächsisch-tschechisches Projektforum für Unternehmer aus dem Maschinen- und Anlagenbau. Unternehmer und führende Vertreter der sächsischen Netzwerke, wie zum Beispiel die Verbundinitiative Maschinenbau Sachsen (VEMAS) und der Interessenverband Chemnitzer Maschinenbau e.V. (ICM) wollen das Treffen nutzen, um sich über Marktchancen und Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit auszutauschen. Nach einem Plenarteil finden in Expertenrunden Fachgespräche über Forschung und Entwicklung, Fertigung und Einkauf sowie zu herausragenden Einzelprojekten wie Fördertechnik, Umrüstung von Schienenfahrzeugen und den Bau von Spezialkranen statt.
Die Wirtschaftsförderung Sachsen und die sächsischen Industrie- und Handelskammern haben nach drei Jahren Pause wieder einen sächsischen Gemeinschaftsstand mit sieben Firmen auf der Messe organisiert. Sieben weitere präsentieren sich an eigenen Ständen.
Die 48. Brünner Messe ist eine Mehrbranchen-Investitionsgütermesse für Maschinenbau, Tiefbau-, Hütten-, und Gießereitechnik, Antriebe, Hydraulik und Pneumatik, Kühltechnik und Klimaanlagen, Kunststoffe, Gummi und Chemie, Bearbeitung, Umformung und Behandlung von Metallen, Energetik und Starkstromtechnik, Elektronik, Automatisierungs- sowie Umwelttechnik. Im vergangenen Jahr trafen hier 2.267 Aussteller aus 32 Ländern auf 104.000 Fachbesucher aus 58 Ländern.
Tschechiens Maschinenbau ist vielseitig strukturiert. Einerseits werden hier Investitionsgüter für andere Industriebereiche, wie die Energiewirtschaft, den Bergbau oder das Bauwesen hergestellt, andererseits ist die Tschechische Republik wichtiger Lieferant von Werkzeug- und Bearbeitungsmaschinen für die Konsumgüterindustrie.
Sächsisch-Tschechische Wirtschaftsdaten
Im Jahr 2005 wurden Waren im Wert von gut zwei Milliarden Euro aus Tschechien nach Sachsen importiert. Im Gegenzug lieferte Sachsen 2005 Waren im Wert von 792 Millionen Euro in das südliche Nachbarland. Der Skoda macht’s, dass Tschechien Sachsens wichtigstes Importland ist: Auf mehr als 1,2 Milliarden Euro belief sich 2005 allein der sächsische Importwert an Kraftfahrzeugen aus Tschechien.
Bei den Exporten steht Tschechien nach den USA, Italien und Frankreich an vierter Stelle. Sowohl im Ex- wie im Import gibt es die gleiche Rangfolge an Produkten: Kraftfahrzeuge, Erzeugnisse des Maschinen- und Anlagenbaus und Elektrotechnik. Branchen mit besonderen Potentialen für eine gemeinsame Projektentwicklung zwischen Sachsen und Tschechien sind die Autozulieferer, Umwelttechnik, Infrastrukturentwicklung, Maschinenbau, Kfz-Recycling, Textilindustrie (insbesondere technische Textilien), Informations- und Kommunikationstechnologien sowie industrielle Dienstleistungen. Ein aktuelles Beispiel der grenzübergreifenden Zusammenarbeit betreibt das Innovations- und Kooperations-Centrum Maschinen- und Anlagenbau Sachsen Böhmen (IKC). Sein Ziel ist die Unterstützung der Kooperationsbeziehungen zwischen kleinen und mittleren Unternehmen in der Grenzregion von Sachsen und Böhmen zur Verbesserung der Wettbewerbstätigkeit.
Messe Brünn: http://www.bvv.cz/msv-de

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