14.05.2001
Zittau bereitet internationale Ausstellung vor
(DTPA/MT) ZITTAU/DRESDEN: Mit einem Blick in die Vergangenheit will Sachsens südöstlichster Zipfel seinen Anspruch als alte und neue Mitte Europas anmelden. Die Ausstellung "Welt- Macht-Geist. Das Haus Habsburg und die Oberlausitz 1526-1635", die von Mai bis November 2002 im Zittauer Heffterbau zu sehen sein wird, hat in diesem Sinne nicht nur eine kulturhistorische, sondern auch eine politische Bedeutung. Kuratoriumsvorsitzender Staatsminister Dr. Kajo Schommer stellte in einer Pressekonferenz heute in Dresden gemeinsam mit Dr. Volker Dudeck, Direktor der Städtischen Museen Zittau, und dem Zittauer Oberbürgermeister Jürgen Kloß die Ausstellungskonzeption vor. "Die Oberlausitz war im Spätmittelalter und in früher Neuzeit ein wichtiges Bindeglied zwischen den mitteldeutschen Ländern sowie Polen, Schlesien, Böhmen und Österreich. Die Beschäftigung mit der Geschichte, die historischen Gemeinsamkeiten können eine wichtige Orientierungshilfe auf dem Weg ins geeinte Europa sein", so Schommer. "Durch die Lage in der Mitte Europas war die Oberlausitz über Jahrhunderte hinweg eine wichtige Drehscheibe des Handels und Verkehrs. Wenn wir uns jetzt daran erinnern, dann vor allem mit dem Gedanken, dass die Region, die heute zu den Gebieten mit besonderen Entwicklungsaufgaben gehört, mit der Osterweiterung der EU gute Chancen hat, zu ihrer traditionellen Stärke zurückzukehren."
Mehr als 70 bedeutende Museen, Kunstsammlungen, Archive, Bibliotheken und Kirchen aus Deutschland, Tschechien, Polen, Österreich, Ungarn, den Niederlanden, Belgien und Italien werden sich mit hochwertigen Leihgaben an der Ausstellung beteiligen. Die Botschafter Polens, Tschechiens, Österreichs und Ungarns arbeiten im Kuratorium mit. An der Finanzierung der ca. 2,5 Mio. teuren Ausstellung beteiligen sich neben der Stadt Zittau, dem Landkreis und dem Freistaat auch öffentliche und private Stiftungen in erheblichem Maße.
"Dieses internationale Ereignis hat es verdient, auch international Beachtung zu finden. Darum rühren wir schon jetzt kräftig die Werbetrommel", so der Wirtschaftsminister. So werde das Projekt im Mai im Goethe-Institut in Prag vorgestellt. "Ich bin zuversichtlich, dass die Oberlausitz nachhaltig von dieser Ausstellung profitieren wird, sei es im Tourismus oder im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte."

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