29.08.2006
BUND fordert Aufklärung durch Verkehrsminister
(DTPA/MT) BERLIN: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee aufgefordert, die realen Daten für die Befahrbarkeit der Deutschen Elbe offenzulegen.
"Wenn mit Wasserständen aus einer fernen Vergangenheit die Elbausbaupläne der Zukunft begründet werden, sind die nächsten Fehlinvestitionen absehbar", erklärte Ernst Paul Dörfler vom BUND-Elbeprojekt. "Es nützt wenig, die Elbe in Tschechien mit Staustufen zu betonieren, wenn im Sommer der Fluss auf deutscher Seite immer öfter unter Wassermangel leidet und dann kein nennenswerter Güterverkehr mehr stattfinden kann."
Nach vorliegenden amtlichen Daten sei die Elbe in Deutschland immer weniger für Güterschiffe befahrbar. Die Ursache liege in der zunehmenden Häufigkeit von Trockenzeiten. In den zurückliegenden 15 Jahren sei an durchschnittlich über 100 Tagen pro Jahr die geforderte Mindesttiefe für die Schifffahrt nicht vorhanden gewesen, so der BUND. Die Zusage Deutschlands an Tschechien, dass die Elbe auf deutscher Seite an 345 Tagen im Jahr mit einer Tiefe von 1,60 m befahrbar sei, treffe lediglich auf die 70er und 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zu. Dieser Zeitraum sei einer Niedrigwasserstudie des Potsdam-Institutes für Klimafolgenforschung (PIK) zudem die wasserreichste Periode der letzten 100 Jahre gewesen.
Bundesverkehrsminister Tiefensee müsse öffentlich erklären, wie auf deutscher Seite die Elbe künftig an 345 Tagen schiffbar gehalten werden soll, forderte der BUND.

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