11.08.2006
Euregio-Egrensis-Forum zur Gartenschau
(DTPA/FM) MARKTREDWITZ: "Beim Reden kommen die Leut zamm" - im Mittelpunkt des zweiten Euregio-Egrensis-Forums auf der Grenzenlosen Gartenschau stand die Frage, wie die bayerisch-tschechische Sprachhürde genommen werden könnte. Harald Ehm, Geschäftsführer der bayerischen Euregio Egrensis und Initiator der Sprachoffensive Tschechisch/Deutsch, verdeutlicht, warum man sich damit beschäftigen muss. "Immer mehr Unternehmer suchen schon heute - fünf Jahre vor der vollständigen Öffnung des Arbeitsmarktes - dringend nach Mitarbeitern mit Tschechischkenntnissen." Die Gesprächsrunde belegte, dass man in anderen Grenzregionen schon einige Schritte weiter ist. Dr. Roswitha Straihammer aus der St. Pöltener Denkfabrik präsentierte die "Sprachenoffensive" Niederösterreich. Innerhalb von nur drei Jahren schlossen sich der Initiative u.a. 85 Kindergärten an. 13.000 Kinder lernen dort heute Tschechisch. Ein natürliches Interesse an den Sprachen der niederösterreichischen Nachbarn Tschechien, Slowakei und Ungarn gebe es allerdings nicht, stellte sie nüchtern fest. Man müsse das Interesse immer wieder neu wecken, durchaus auch mit werblichen Mitteln wie Postwurfsendungen.
In einer Einschätzung waren sich alle Teilnehmer einig: Je früher man Tschechisch lernt, desto besser. Barbara Bresslau, die am Goethe-Institut Prag für Deutschunterricht in Tschechien zuständig ist, berichtete aus ihrem reichen Erfahrungsschatz: "Kinder entwickeln im Unterschied zu Erwachsenen ganz schnell eine gemeinsame Sprache und lernen sprechend. Erwachsene schämen sich dagegen zu oft beim Tschechischsprechen und bleiben lieber stumm, als etwas Falsches zu sagen."

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