31.07.2006
Theater im Keltendorf Gabreta
(DTPA/MTL) PASSAU/ FREYUNG: Ja, man kann mitten im Bayerischen Wald tatsächlich 2 Wochen in einem Keltendorf verbringen! Bei Ringelai, zwischen Freyung und Grafenau, stürzten sich Jugendliche aus Malta, Tschechien, Deutschland und den Niederlanden wissbegierig in 14 Tage intensive Theaterarbeit. Unter Anleitung eines vielseitigen Referententeams aus professionellen Schauspielern, Schauspiellehrern und Theaterpädagogen arbeiteten sie gemeinsam an ihrer Körperwahrnehmung, emotionalem Ausdruck und Sprache. Begonnen wurde in der ersten Woche mit Bewegungsübungen zu unterschiedlichster Musik, Pantomime, und Aufgaben zu eigenen kurzen Choreographien. Im zweiten Teil standen dann selbst vorbereitete Texte der Teilnehmer zu "Toren" jeglicher Art im Mittelpunkt: Fußballtore, Türen in emotionalen Situationen wie Streit, Willkommen oder Flucht, schwer zu bewältigende Türen auf dem Lebensweg und auch Tore als Zugang zu den Anderen. Eben dieser – interkulturelle – Zugang zueinander stand neben der Theaterarbeit im Mittelpunkt des Projektes. In der Blockhütte wohnten die Teilnehmer auf engstem Raum zusammen, kochten in Teams überm Lagerfeuer und saßen abends lange zusammen. Da lernt man Eigenheiten und Liebenswertes schnell kennen! "Sprachbarrieren gab es keine", sagt Sylvia aus Deutschland, die ihre Gitarre mitgebracht hatte, abends spielte, sang und Marius aus Holland neue Griffe beibrachte. "Wir haben uns zur Not mit Händen und Füßen verständigt". Myrthe aus Holland hat folgende Erfahrung gemacht: "Egal aus welchem Land du kommst – der Charakter macht einen Menschen aus. Es geht um das Individuum, die meiste Zeit spielt deine Nationalität keine Rolle."
Nach den intensiven gemeinsamen Erlebnissen und der engen Zusammenarbeit fiel der Abschied am Ende schwer! Sowohl Teilnehmer als auch Leiter blickten zufrieden zurück: "Es war faszinierend, die Entwicklung eines jeden Einzelnen beobachten zu können, wie Unsicherheit abgelegt wurde und jeder ständig neue Facetten an Ausdruck entwickelte!"
"Die Motivation und das Engagement in den Workshops war wirklich beeindruckend", sind sich die Theaterlehrer einig, die im Lauf der zwei Wochen mit der bunt gemischten Gruppe gearbeitet haben. Zumal die Konzentration bei den hochsommerlichen Temperaturen schon mal schwer fiel!
Beinahe einziger Makel der zwei Wochen: über die eiskalten Duschen konnte nicht einmal die Hitze der vergangenen Tage hinwegtrösten.
Das Projekt wurde durch die EU-Förderaktion "Jugend für Europa" (Aktion 1) finanziert. Neben dem Theatercamp bietet die USG jedes Jahr ein buntes Programm. Wer heuer noch an einem der Workshops teilnehmen will, findet auf der Homepage www.united-scene-group.de weitere Informationen. (Bildquelle: USG)
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