06.07.2006
"Inspirationen" für Tschechisch-Dozenten
(DTPA/MTL) HOF: Wie motiviert man Jemanden für den Tschechisch-Unterricht? Diese Frage warfen VHS-KursleiterInnen bei einem Treffen der EUREGIO EGRENSIS auf. Erstmalig waren Anfang Juli über 20 Tschechisch-Kursleiterinnen und -Kursleiter von insgesamt 10 Volkshochschulen aus dem deutsch-tschechischen Grenzgebiet im Bildungszentrum der VHS Landkreis Hof zusammengekommen. Dieses bislang einzigartige Treffen bildet für die EUREGIO EGRENSIS den Auftakt, zusammen mit den Volkshochschulen mehr für die tschechische Sprache in der Region zu werben.
Eine erstaunliche Erkenntnis des Treffens ist, dass sich die Dozenten und Dozentinnen untereinander kaum kannten. Deshalb stand im Mittelpunkt des Treffens auch das Kennenlernen der Kollegen und Kolleginnen. Daneben ging es aber auch um die Frage, wie man die Teilnehmer an einem Tschechisch-Sprachkurs langfristig für Tschechisch und für das Nachbarland begeistern kann. Einhellig waren die KursleiterInnen der Meinung, dass die "spielerische" und kommunikative Vermittlung der tschechischen Sprache am besten geeignet ist, um die Motivation bei den Lernenden aufrecht zu erhalten. In einer Vielzahl von Gesprächen am Rande des Treffens wurden noch weitere "Motivationstricks" zwischen den Teilnehmern ausgetauscht.
Dr. Birgit Seelbinder, Präsidentin der EUREGIO EGRENSIS in Bayern, betonte, dass die EUREGIO EGRENSIS als grenzüberschreitende Organisation ein stärkeres Bewusstsein für die Wichtigkeit der tschechischen Sprache schaffen möchte. Auch im Rahmen der derzeit laufenden Grenzenlosen Gartenschau Marktredwitz – Cheb/Eger werde deutlich, wie wichtig zukünftig im Bereich Tourismus die Sprachkompetenz des Einzelnen sein wird. Als Erfolg der ersten Bemühungen der EUREGIO EGRENSIS bewertete die Geschäftsführerin der VHS Landkreis Hof, Ilse Emek, dass an ihrer VHS im laufenden Semester 78 Personen Tschechisch lernen, während dies im Durchschnitt der vergangenen Jahre nur 50 Teilnehmer waren.
Da das Interesse an Tschechisch-Kursen wieder leicht ansteigt, sich aber auch die Motivation der Lernenden ändert, hatte die EUREGIO EGRENSIS die Idee, erstmals einen speziellen Erfahrungsaustausch für diejenigen anzubieten, die die Sprache des Nachbarlandes an den Volkshochschulen unterrichten. Das Interesse der KursleiterInnen für Tschechisch an den Volkshochschulen war laut Harald Ehm, Geschäftsführer der EUREGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Bayern, auch begrüßenswert groß. Die Dozenten, die in Aue-Schwarzenberg, Plauen, Bayreuth, Hof, Selb, Marktredwitz, Wunsiedel, Tirschenreuth oder Vohenstrauß Tschechisch unterrichten, stellen nach Ehm wichtige Partner für die EUREGIO EGRENSIS dar. Sie sind diejenigen, die Kenntnisse über die tschechische Sprache vermitteln und auch das Bild über das Nachbarland prägen.
Aus Prag war zu diesem Treffen Friderike Komarek vom Goethe-Institut angereist. Sie gab einen umfassenden Einblick in die laufenden Entwicklungen im tschechischen Bildungssystem. Dabei unterstrich sie insbesondere, wie wichtig das Bestreben der EUREGIO EGRENSIS ist, auch auf tschechischer Seite für die deutsche Sprache zu werben. Denn ab dem kommenden Schuljahr ist in Tschechien Englisch erste Pflichtfremdsprache an allen Schulen. Danach werden tschechische Schüler nur noch Deutsch an den Schulen lernen können, die ein eigenes Interesse daran haben. Im Rahmen des Treffens erarbeitete Friderike Komarek zusammen mit den Teilnehmern den "Europäischen Referenzrahmen für Sprachen". Den Teilnehmern war dieser Referenzrahmen größtenteils unbekannt, obwohl dieser auf europäischer Ebene die Richtschnur im Sprachenerwerb darstellt und sich mittelfristig auch auf den Unterricht in Tschechisch auswirken wird.
Lehrinhalte und Unterrichtsmaterialien standen in einem weiteren Beitrag im Mittelpunkt. Dr. Ladislava Holubová, die sowohl an der Fachhochschule Amberg-Weiden als auch an der VHS im Landkreis Hof unterrichtet, stellte neueste Tschechisch-Lehrwerke und interessante fachliche Angebote im Internet vor. Auch ging sie auf die Rolle von Lehrinhalt und Lehrmethodik ein. In einer angeregten Diskussion wurden zwischen den Teilnehmern praktische Erfahrungen aus dem Unterricht ausgetauscht. Nach einem anstrengenden, aber informativen gemeinsamen Tag vereinbarten die Teilnehmer sehr zur Freude der EUREGIO EGRENSIS, den Erfahrungsaustausch im Herbst fortzusetzen. (Bildquelle: EUREGIO EGRENSIS)
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