29.06.2006
3-CIP gibt Staffelstab weiter
(DTPA/MT) COTTBUS: Seit 2001 kooperiert der Metallbetrieb Käppler & Pausch aus Neukirch in der Lausitz mit RUG METAL Sp. zo.o in Kedzierzyn. Der sächsische Blechbearbeiter hat arbeits- und lohnintensive Arbeitsprozesse an den polnischen Partner abgegeben. Die Mischkalkulation ermöglicht es dem Betrieb, als Autozulieferer stark am Markt zu bleiben. Trotz Auslagerung von Produktion ins Ausland wurden am sächsischen Standort neue Arbeitsplätze geschaffen. Auch der Umsatz und die Zahl der Kunden stiegen. Ganz ähnlich arbeitet die Elektro- und Schaltanlagenbau (UESA) GmbH in Uebigau im Elbe-Elster-Kreis. Sie produziert ihre Schaltanlagen am Stammsitz und bereits seit 1995 auch in Lubsko (Polen). In beiden Betrieben arbeiten Polen und Deutsche nebeneinander. So bedient die UESA mit spezifischen Produkten beide Märkte. Bei einer soliden Finanzlage und stabilen Umsätzen werden 240 Mitarbeiter beschäftigt.
Solche Mischkalkulationen machen unter anderem die Stärke des Wirtschaftsraums aus, der von Brandenburg, Sachsen, Westpolen und Nordböhmen gebildet wird. Im Rahmen des am 30. Juni 2006 auslaufenden EU-Projektes 3-CIP (Three Countries Innovation Push) wurde zweieinhalb Jahre lang grenzüberschreitend an der wirtschaftlichen Profilierung der Drei-Länder-Region gearbeitet. In der Abschlusskonferenz am 29. Juni in Cottbus verabschiedeten die 3-CIP-Partnerregionen eine Willenserklärung zur weiteren Zusammenarbeit. In der "Cottbuser Erklärung" vereinbaren die Beteiligten, dass sie im Rahmen der nächsten EU-Förderperiode 2007-2013 die EU-Strukturfonds gezielt zur weiteren Entwicklung des gemeinsamen Wirtschaftsraumes nutzen wollen. Die 3-CIP-Idee erfährt ihre Fortführung im grenzüberschreitenden "Gesprächskreis Wirtschaftsförderung" unter dem Motto "Drei Länder - Eine Region". Die Regionen waren bei der Konferenz politisch vertreten durch die Wirtschaftsminister von Brandenburg und Sachsen, Ulrich Junghanns und Thomas Jurk, dem Vizemarschall von Lubuskie (Polen) Edward Fedko und Petr Fiala, Vizepräsident des Bezirkes Usti (Tschechien).
Federführend von der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH, welche der Leadpartner von 3-CIP war, wurde gemeinsam mit der ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH der bestehende Internetauftritt http://www.3-cip.com neu gestaltet. Er soll weiterhin als trinationale Informations- und Kommunikationsplattform sowie Datenpool für Partner, Unternehmen und Netzwerke dienen. Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk schaltete das überarbeitete Portal während der Konferenz am Nachmittag frei. "Unser strategisches Ziel ist es, diese Drei-Länder-Region zu einer starken Wirtschaftsregion im Herzen Europas zu profilieren und international als Investitionsstandort zu vermarkten", sagte Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD).
Der brandenburgische Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) betonte: "Mit der EU-Erweiterung ist in der Drei-Länder-Region ein engeres wirtschaftliches Miteinander möglich geworden. Das Projekt trägt mit dazu bei, dass dies auch gelebt wird. So wurden in Branchenkonferenzen bestehende wirtschaftliche Beziehungen zwischen Netzwerken und Unternehmen erweitert und intensiviert. Die Fortführung der 3-CIP-Idee ist folgerichtig, denn Kooperation stärkt die Position der Region im globalen Standortwettbewerb."
Die mehr als 100 Konferenzteilnehmer erhielten zum Projektabschluss von 3-CIP eine CD-ROM, die 19 Best-Practice-Lösungen enthält, preiswürdige grenzüberschreitende Wirtschaftsprojekte wie das genannte Beispiel von Käppler & Pausch. CD-ROM und zugehörige Broschüre sind sowohl eine 3-CIP-Dokumentation als auch "Handbuch" und Navigationshilfe für weitere grenzüberschreitende Projekte. Darin enthalten sind die gemeinsamen strategischen Leitlinien und ein Aktionsplan für die Zukunft.
Neun Kernbranchen der lohnenden Zusammenarbeit wurden identifiziert: Autozulieferer, Maschinenbau, Energie- und Umwelttechnik, Chemische Industrie, Mikrotechnologie, Textilindustrie, Glas- und Keramikindustrie, Ernährungswirtschaft sowie die Bauwirtschaft. Die weiteren Projekte sollen von den in der Region befindlichen Universitäten und Forschungsstellen wissenschaftlich begleitet werden.
Die Drei-Länder-Region hat 16 Millionen Einwohner auf 123.000 km² Fläche. Ihr gemeinsames Bruttoinlandsprodukt von mehr als 175 Milliarden Euro ist größer als das von Österreich und der Schweiz.

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