29.06.2006
Spektakel mit Rittern, Reitern und Rössern
(DTPA/MTL) ARZBERG: Das Mittelalter steht am 1. und 2. Juli in der Region zwischen Cheb/Eger und der Umgebung von Arzberg voll im Kurs. Einzigartig in Deutschland und Tschechien bewegen sich auf historischen Spuren der alten Handelsstrasse von Cheb/Eger über Hohenberg/Schirnding in Richtung Nürnberg bzw. Frankfurt a.M. mittelalterliche Handelsleute zu Fuß und hoch zu Roß . Diese Verbindung wurde bereits 1061 als "via quae procedit de Egere" erstmals urkundlich erwähnt und ist damit älter als die berühmtere "Goldene Strasse" von Prag nach Nürnberg. Nächstes Wochenende also wird diese Handelsstrasse wiederbelebt und so die Verbundenheit der Menschen aus der Region des Egerlandes, von Bayern und Böhmen, nach außen hin unterstrichen.
Arzberg/Hohenberg an der Eger/Höchstädt/Cheb/Eger – Veranstalter des Historischen Handelszuges ist die Brücken-Allianz Bayern-Böhmen e.V. und die Vereinigung der Freizeitreiter Deutschlands e.V., die sich von dem zweitägigen Spektakel eine positive Wirkung auf die ganze Region versprechen.
Start ist am 1.Juli ab 6 Uhr auf dem Schotterplatz der SKP Union Cheb gegenüber dem Egerer Landesgartenschaugelände. Bis kurz vor 8 Uhr sammeln sich die Teilnehmer und ziehen dann auf den Marktplatz in Cheb/Eger, auf dem um 8:15 Uhr der Bürgermeister der Stadt Cheb/Eger Jan Svoboda, genauso wie es im Mittelalter üblich war, den Geleitbrief der Stadt Eger übergibt. Über Skalka/Stein, Cetnov/Zettendorf, Pomezna/Markhausen wird etwa um 11 Uhr der Grenzübergang Hammermühle/Dubina erreicht. Eine Abordnung mittelalterlicher Reiter wird dem Zug entgegenkommen und ihn zum Sammelplatz auf dem Wiesenfestplatz und auf dem Burgplatz zu geleiten. Die tschechischen Teilnehmer werden vor der Burg begrüßt, ein buntes und zeitgemäßes Programm etwa mit ritterlichen Schaukämpfen, gotischer Musik sowie Bewirtung gestaltet den knapp zweistündigen Zwischenstopp sehr kurzweilig. Nach Abzug des Zuges Richtung Schirnding feiern die Hohenberger mit ihren Besuchern selbstverständlich weiter, bieten doch die Händler rund um die Burg allerlei Waren feil und laden vielerlei mittelalterliche Schmankerla zum Probieren ein.
In Schirnding an der Röslaubrücke werden dagegen richtige historische Zollverhandlungen geführt. Bürgermeister Reiner Wohlrab wird den Zoll für die eingeführten Waren einfordern. Allein dies wird sicher einen Besuch wert sein, wird mit Sicherheit dabei der Humor nicht zu kurz kommen. Ein buntes Markttreiben mit Glas und Keramikkünstlern und Handwerkern erwarten Zuschauer wie auch Teilnehmer des Zuges. So wird etwa auch für die Kleinsten Porzellanmalen unter fachkundiger Anleitung ein unvergessliches Erlebnis sein.
In Arzberg konzentrieren sich die Hauptaktivitäten und –attraktivitäten auf das Kirchbergareal. Die Stadt bittet die Anlieger dieses Bereichs um ihr Verständnis für die unvermeidbaren Beschränkungen. So wird am Samstag, 01. Juli 2006 hier ab 13.00 Uhr ein historischer Markt stattfinden. Die mittelalterlichen Kapellen Bacchus und Canta bene umrahmen musikalisch die Veranstaltung, geben ihr ein authentisches Flair. Der Zug wird über die gesamte Strecke durch den Fanfarenzug Poppenreuth und die Gruppe Crex Confusus aus Hohenberg a.d. Eger begleitet. An zahlreichen altertümlichen Ständen wird bestens für Speis‘ und Trank gesorgt und ein vielfältiges Warenangebot unterbreitet. Für Unterhaltung sorgen Gaukler und zu späterer Stunde Feuerschlucker und –spucker. Bei Schaukämpfen wird es zwar unblutig aber trotzdem heftig zur Sache gehen. Für die Kinder werden mittelalterliche Spiele stattfinden. Eine Märchentante liest Erzählungen und Geschichten aus dieser doch fernen Vergangenheit im Pulverturm.
Spätestens um 15 Uhr machen sich die Fähnleins von Schirnding über Oschwitz und Schlottenhof weiter nach Arzberg auf den Weg, wo um das Areal des neu eingeweihten Bergbräus das Feldlager bezogen wird. Die Arzberger freilich feiern bereits seit den Mittagsstunden um die Kirchenburg auf ihrem historischen Markt, auf dem deutsche wie tschechische Händler, Künstler und Handwerker ihre Waren zeigen und zum Verkauf anbieten. Bürgermeister Winfried Geppert übt traditionell das Marktschaurecht aus. Gaukler, Musikanten und ritterliche Schaukämpfe versetzen Sie zurück ins Mittelalter. Die örtlichen Vereine wie auch auswärtige Händler haben sich rund um die Kirchenburg und dem Bergbräu wirklich Originelles einfallen lassen, bei dem auch unsere Jüngsten wahrlich nicht zu kurz kommen dürften. Schauen Sie doch einfach vorbei, es lohnt sich. Das mittelalterliche Treiben hält bis Mitternacht an.
Der Weckruf der Fanfaren ertönt bereits um 6 Uhr des nächsten Tages, so dass es für die Lagernden eine kurze Nacht werden dürfte. Ein ökumenischer Feldgottesdienst am Sonntag um 8:00 Uhr stimmt auf den Tag ein. Danach wird durch Arzberg (Egerstrasse/Marktredwitzer Strasse) Richtung Seußen abmarschiert. Das Eintreffen dort ist gegen 10:30 Uhr geplant.
Schaukämpfe, Musik, Frühschoppen und Mittagsrast in mittelalterlicher Manier halten den Zug bis etwa 12:30 Uhr in Seußen fest. Die feiererprobten Seußener haben sich viel Originelles einfallen lassen, so dass der Aufbruch über den Parkplatz bei Garmersreuth Richtung Thiersheim so Manchen sicher richtig schwer fallen wird.
Bürgermeister von Thiersheim, Adam Seyferth, lässt sich den Geleitbrief zeigen und wird eine für die weitere Strecke ins nahe Höchstädt gültige Urkunde aushändigen. Zwischenrast mit allerlei mittelalterlichen Gerichten.
Über das BayWa – Gelände in Thiersheim geht´s zunächst Richtung Braunersgrün weiter, ein kurzes Stück der Autobahn entlang und dann die selbe überquerend nach einem Kilometer nach Höchstädt zum Rohrerer´schen Schloss. Dort wird der Handelszug schon mit Böllerschüssen erwartet, eine Abordnung wird ihm zudem noch ein gutes Stück entgegenkommen. Der historische Markt wird dort bereits ab 13 Uhr voll mit Leben erfüllt sein, doch ab 17 Uhr wenn alle Händler eingetroffen sein werden, geht´s erst richtig rund: Bezug des Feldlagers, mittelalterliches Spektakulum mit Musikanten, Gauklern und Schaukämpfen und natürlich der Ausübung des Marktschaurechtes durch den Bürgermeister sorgen für einen gebührenden Abschluss der Veranstaltung, welche sicher nicht vor 23 Uhr enden wird.
Sie werden sich sicherlich fragen, wer eigentlich alles mit reitet und mit marschiert. Es sind dies das Rohrersche Fähnlein aus Höchstädt, die Bärnauer Ritter, die Gruppe Rectus aus Cheb/Eger, das Hirschberger Fähnlein zu Schwarzenreuth das Fuhrmannsreuther Fähnlein, die Waldengefeller Böllerschützen aus Neusorg, das Pressather Fähnlein, die Kemnather Stadtwache und Montes Aeris aus Arzberg. Auch eine historische gewandete Schulklasse nimmt die Strapazen dieses grenzüberschreitenden historischen Handelszuges auf sich. Die Initiatoren aus Marktredwitz, das Ehepaar Barbara und Klaus Fachet und Dr. Bernd Thieser aus Brand/Opf. sind sich sicher: es lohnt sich für Alle Beteiligten, ganz gleich ob Zuschauer, Händler, Musiker, Reiter oder Ritter.
Die Veranstalter laden die Bevölkerung aus Nah und Fern dazu herzlich ein, gelebte Geschichte hautnah und grenzenlos an zwei Tagen zu erleben. Der Historische Handelszug wird gefördert aus Mitteln der Europäischen Union über das Programm INTERREG III A und dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond.

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