24.05.2006
Interreg IIIA: Förderung für 46 Projekte
(DTPA/MT) DRESDEN: Grünes Licht für insgesamt 46 Projekte und 7,7 Millionen Euro zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Tschechien. Das ist das Ergebnis der Sitzung des Lenkungsausschuss Interreg III A Freistaat Sachsen und Tschechische Republik in dieser Woche. Damit wurden seit Beginn der Förderung im Jahr 2001 rund 155,4 Millionen Euro EU-Mittel im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative Interreg III A Freistaat Sachsen – Tschechische Republik bewilligt.
Im Bereich Wirtschaftliche Entwicklung wurde der Förderung von insgesamt 5 Projekten zugestimmt. Unter anderem wurde das Projekt "Unternehmensnetzwerke - Kompetenznetzwerke zur Erhöhung der wirtschaftlichen Stabilität der Grenzregion" bestätigt. Die Erhöhung der Wertschöpfungskette für produzierende kleine und mittelständische Unternehmen in der Grenzregion sowie die Schaffung eines Musterzentrums für Spezialtechnologie sind unter anderem Ziele dieses Projektes. Das Projekt wird von der AWU Management & Innovation GmbH Außenhandels-, Wirtschafts- und Umweltberatung umgesetzt.
Im Bereich Tourismus wurde der Förderung von insgesamt 2 Projekten zugestimmt. Die Förderung trägt unter anderem zum Aufbau eines touristischen Wintersportzentrums auf dem Kamm des Osterzgebirges bei. Dieses Projekt wurde von der Stadt Altenberg beantragt. Des Weiteren wird ein Projekt des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz e.V. mit dem Titel "Die Sächsisch-Böhmische Schweiz – Eine europäische Zukunftsregion" unterstützt. Mit diesem Projekt soll eine Filmdokumentation über die Natur- und Kulturregion der Sächsisch-Böhmischen Schweiz erstellt werden. Durch eine anschließende internationale Vermarktung soll der Bekanntheitsgrad der Region maßgeblich erhöht werden.
Im Bereich Verkehrsinfrastruktur stimmten die Mitglieder des Lenkungsausschusses der Förderung Fahrbahnerneuerung der Staatsstraße 272 südlich Schwarzenberg zu. Projektträger ist das Straßenbauamt Zwickau. Mit dem Projekt soll die wichtigste Zufahrt zum Grenzübergang Johanngeorgenstadt-Potucky im Raum Zwickau/Aue/Schwarzenberg instand gesetzt werden.
Im Bereich Umwelt wurden 8 Projekte bestätigt. Unter anderem wird das Christlich-Soziale Bildungswerk Sachsen e.V. für eine Umweltprüfung in sächsischen und tschechischen Schulen der Euroregion Erzgebirge sowie für Umsetzung eines Öko-Audit durch die Schüler eine Zuwendung erhalten. Bestätigt wurde ebenso ein Projekt des Landratsamtes Löbau-Zittau zur gemeinsamen Revitalisierung des grenzüberschreitenden Moorkomplexes am Hohlsteinweg/Brazilka. Das Bildungsinstitut PSCHERER gGmbH erhält Fördermittel für das Projekt "Deutsch-Tschechischer Wissenstransfer für zukunftsweisende interregionale Energieperspektiven in den Regionen Vogtland und Egerland".
Im Bereich Ländliche Entwicklung werden 10 grenzüberschreitende Projekte eine Förderung im Rahmen der EU-Gemeinschaftsinitiative Interreg III A erhalten. Durch das Landratsamt Freiberg wird beispielsweise die Verbesserung der "Touristischen Erlebbarkeit der Kultur- und Industrielandschaft Montanregion Erzgebirge" durch Erfassung, Auswahl und Bewertung der relevanten Objekte und ihres touristischen Umfeldes angestrebt. Mit einem weiteren Projekt soll die Direktvermarktung im sächsisch-tschechischen Grenzgebiet durch die Erfassung landwirtschaftlicher Direktvermarkter und deren Produkte sowie die Erfassung und Sensibilisierung von neuen Direktvermarktungswegen im Gebiet der Euroregion Erzgebirge/Krušnohoři umgesetzt werden. Projektträger ist hierfür der Ökologisches Landgut e. V.
Im Bereich Bildung und Qualifizierung wurde der Förderung von 2 Projekten zugestimmt. Unter anderem wurde über das Projekt der Sächsischen Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe Dresden mbH positiv entschieden. Aufgabe dieses Vorhabens sind Bildungs- und Kommunikationsaktivitäten zur Gestaltung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft für polymere Werkstoffe in den Bereichen Fahrzeuge und Elektrotechnik für KMU.
Im Bereich Soziokulturelle Entwicklung wird die AWO Erzgebirge gGmbH für die Deutsch-Tschechische Zusammenarbeit bei der Integration schwerbehinderter Menschen finanziell unterstützt.
Im Bereich Zusammenarbeit stimmte der Lenkungsausschuss 5 Projekten zu. Unter anderem wird das Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft e. V., Management Akademie Sachsen INTERNATIONAL für den Aufbau eines Netzwerkes zur kontinuierlichen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Gesundheitswesen im Bereich Sachsen – Nordböhmen eine Förderung erhalten. Zur Entwicklung und Vertiefung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen der Region Liberec und dem Regierungsbezirk Dresden, insbesondere in den Bereichen Tourismus, Wirtschaft, Verkehrsinfrastruktur, Rettungswesen, Umweltschutz, Öffentliche Verwaltung, Gesundheit und Soziales, Kultur, Wissenschaft und Bildung sowie Sport auf der Grundlage der "Gemeinsamen Erklärung über die Zusammenarbeit zwischen der Region Liberec und dem Regierungspräsidium Dresden" werden dem Regierungspräsidium Dresden finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt.
Im Bereich Sicherheit erhalten 12 grenzüberschreitende Projekte eine Förderung. Die Polizeidirektion Chemnitz wird bei zwei Projekten mit Interreg III A – Mitteln unterstützt. Bei den Projekten handelt es sich zum einen um die Intensivierung der Zusammenarbeit zur grenzüberschreitenden Verkehrsunfallverhütung sowie Kriminalitätsvorbeugung und –bekämpfung mit den Kreisdirektionen Most und Chomutov durch die Gestaltung und Umsetzung gemeinsamer Präventionsprojekte. Zum anderen soll die Zusammenarbeit der geschlossenen Einheiten der Schutzpolizeien der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge und der Kreisdirektion Most und Chomutov bei der Verhinderung, Bekämpfung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten mit herausragender Bedeutung, bei Straftaten sowie bei größeren Schadensereignissen wie Umwelt- und Naturkatastrophen und herausragenden Einsatzlagen im Zusammenhang mit Veranstaltungen und Fahndungsmaßnahmen unterstützt werden. Dem Landeskriminalamt Sachsen werden für eine Maßnahme mit dem Titel "Anker" finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt. Diese Mittel werden benötigt um Technik anzuschaffen, die bei Erpressungen, Entführungen, Geiselnahmen und in Fällen terroristischer Gewaltkriminalität, insbesondere mit grenzüberschreitendem Charakter, zum Einsatz kommt. Mit dieser Technik soll im Rahmen des Projektes auch ein grenzüberschreitendes Übungsprojekt zur speziellen Bewältigung einer Massengeiselnahme mit terroristischem Hintergrund durchgeführt werden.
Informationen zum Antragsverfahren und Kontaktdetails erhalten alle Interessierten auf der Internetseite von Interreg III A unter http://www.interreg3a.info. Anfragen zu Fördermöglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit können an kontakt@interreg3a.info gerichtet werden.

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