22.05.2006
Jugend debattiert international in Tschechien
(DTPA/MTL) PRAG Die 18-jährige Aneta Kasalová aus Prag hat den deutschsprachigen Schüler-Wettbewerb „Jugend debattiert international“ in Tschechien gewonnen. Sie wird gemeinsam mit ihrer Lehrerin Carla Tkadlečková am 11.06.2006 als Gast am Finale „Jugend debattiert“ Deutschland, das im Beisein des Bundespräsidenten Horst Köhler in Berlin stattfindet, teilnehmen. Im Finale in Prag debattierten Aneta Kasalová und ihre Mitstreiter in der Deutschen Botschaft Prag das Thema: „Soll der Staat die Bürgerrechte von politischen Extremisten einschränken dürfen?“ 200 Schüler aus Prag, Pilsen, Česke Budějovice, Olomouc, Liberec, Zlin, Opava, Uheřske Hradiště und Brünn haben sich am Wettbewerb in deutscher Sprache beteiligt, der 2006 zum zweiten Mal in Tschechien stattfand. Vizeminister Dr. Jaroslav Müllner und Botschafter Helmut Elfenkämper übergaben die Finalurkunden.
Der Wettbewerb wurde 2005 erstmals in Polen und Tschechien ausgerichtet. Seit 2006 sind auch Schulen in Estland, Lettland, Litauen und der Ukraine mit dabei. Insgesamt nehmen in diesem Jahr in Mittel- und Osteuropa 600 Schülerinnen und Schüler aus 38 Schulen am Wettbewerb teil. Die Initiative für den Wettbewerb in Mittel- und Osteuropa geht auf den Fonds „Erinnerung und Zukunft“ zurück, das Goethe-Institut übernimmt die Durchführung, die Gemeinnützige Hertie-Stiftung stellt Regeln und Erfahrung aus dem Bundeswettbewerb „Jugend debattiert“ in Deutschland zur Verfügung.
Jugend debattiert international will zur Auseinandersetzung mit Menschenrechten und ihren geschichtlichen Hintergründen anregen und das Debattieren als Medium demokratischer Auseinandersetzung stärken. Um zugleich die Deutschkenntnisse in den beteiligten europäischen Ländern und damit auch bilaterale Kulturbeziehungen zu fördern, findet das Projekt in deutscher Sprache statt.
Das Projekt basiert auf einer Lehrerfortbildung, die den Lehrkräften ermöglicht, eine Unterrichtsreihe in deutscher Sprache in ihren Klassen anzubieten und so in die Themen und Regeln von „Jugend debattiert“ international einzuführen. Debattiert wird zu vier Personen. Jeder Teilnehmer hat zu Beginn zwei Minuten ungestörte Redezeit. Anschließend folgen zwölf Minuten freie Aussprache. Für das Schlusswort steht jedem Schüler nochmals eine Minute zur Verfügung, in der er seine Meinung im Lichte der Debatte auch verändern darf. Bewertet werden Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft.

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